
Zum 1. Januar 2007 ist das EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen (PLL) an den Start gegangen. Mit einem Budget von fast sieben Milliarden Euro fördert das bislang größte europäische Bildungsprogramm von 2007 bis 2013 den europoäischen Austausch von Lernenden und Lehrenden aller Altersstufen sowie die europäische Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen.
Das Programm unterstützt die bildungspolitische Zusammenarbeit in Europa und trägt insbesondere dazu bei, die Zielsetzungen der Erklärungen von Kopenhagen im Bereich der beruflichen Bildung und des Bologna-Prozesses im Hochschulbereich umzusetzen. Es führt die bisherigen Programme LEONARDO DA VINCI und SOKRATES unter einem gemeinsamen Dach zusammen.
Neben den 27 EU-Staaten nehmen die Türkei, Kroatien Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz am Programm teil.
Das Programm für Lebenslanges Lernen umfasst den lebensbegleitenden Bildungsweg von der Schule über die Hochschule und Berufsbildung bis zur Erwachsenenbildung. Die verschiedenen Bildungsbereiche finden sich in den vier Säulen Comenius, Leonardo da Vinci, Erasmus und Grundtvig wieder:
Das Einzelprogramm COMENIUS richtet sich in erster Linie an Schulen sowie - unter bestimmten Bedingungen - an Ausbildungseinrichtungen. Unterstützt werden unter anderem Schulpartnerschaften, Auslandsaufenthalte von Schülerinnen und Schülern, Assistenzzeiten im europäischen Ausland für angehende Lehrkräfte sowie die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Während der Laufzeit des Programms sollen mindestens drei Millionen Schülerinnen und Schüler an gemeinsamen Bildungsaktivitäten teilnehmen.
Weitere Informationen zum Einzelprogramm COMENIUS finden Sie auf der Internetseite des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz (PAD) - Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich unter: http://www.kmk-pad.org.
Das Einzelprogramm ERASMUS richtet sich an Hochschulen. Unterstützt werden Auslandssemester sowie Auslandspraktika von Studierenden, die Mobilität von Dozent(inn)en, der Informationsaustausch im Rahmen von Netzwerken sowie die Entwicklung europäischer Curricula. Bis 2013 sollen mindestens drei Millionen Studierende die Möglichkeit eines Auslandsstudiums erhalten haben. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des DAAD - Nationale Agentur für EU-Hochschulprogramme unter: http://eu.daad.de.
Das EU-Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI unterstützt die europäische Zusammenarbeit von Unternehmen, Kammern, Sozialpartnern, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen. Hierzu zählt die Förderung von Auslandsaufenthalten von Auszubildenden bzw. Berufsschülerinnen und Berufsschülern, Arbeitnehmer(inne)n sowie von Ausbildern und Berufsschullehrer(innen). In sogenannten "Partnerschaften" werden europäische Berufsbildungsthemen bearbeitet. Der europäische Transfer von erfolgreichen Konzepten und Innovationen wird in Innovationstransferprojekten gefördert. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB unter: http://www.na-bibb.de/leonardo_da_vinci.html
Das Einzelprogramm GRUNDTVIG richtet sich an alle Akteure der Erwachsenenbildung. In "Lernpartnerschaften" werden europäische Themen der Erwachsenenbildung bearbeitet. "Multilaterale Projekte" entwickeln Innovationen für die Erwachsenenbildung. Ein weiterer Förderschwerpunkt ist die Fortbildung von Dozenten der Erwachsenenbildung im europäischen Ausland.
Mit dem Programm sollen die durch die Alterung der Bevölkerung entstehenden Bildungsherausforderungen angegangen werden. Weiterhin dient das Programm der Unterstützung von Erwachsenen, die ihr Wissen und ihre Kompetenzen ausbauen wollen. Besondere Zielgruppen des Programms sind neben älteren Menschen auch Erwachsene ohne Grundqualifikation. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB unter: http://www.na-bibb.de/de/grundtvig.html
QUERSCHNITTSPROGRAMM
Die Einzelprogramme werden durch ein Querschnittsprogramm mit folgenden Schwerpunktaktivitäten ergänzt:
· Politische Zusammenarbeit und Innovation in Bezug auf lebenslanges Lernen,
· Sprachenlernen, sofern das Projekt bildungsbereichsübergreifend angelegt ist,
· Maßnahmen der Informations- und Kommunikationstechnik, sofern das Projekt bildungsbereichsübergreifend angelegt ist,
· Konzepte zur Verbreitung von Projektergebnissen
Mehr Informationen zum Querschnittsprogramm finden Sie auf folgenden Internetseiten:
http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-policy/doc40_de.htm
http://eacea.ec.europa.eu/index_de.php
Weiterhin zählt das Studienbesuchsprogramm zu den Aktivitäten des Querschnittsprogramms. Es ermöglicht Multiplikatoren und politischen Entscheidungsträgern aus dem gesamten Bildungsbereich an thematisch ausgerichteten Studienbesuchen in einem anderen Land teilzunehmen.
Die Zukunft der EU-Bildungsprogramme nach 2013 wird aktuell vorbereitet und verhandelt. Die umfangreiche Zwischenevaluierung der Europäischen Union sowie der Mitgliedstaaten hat den deutlichen europäischen Mehrwert des Programms belegt. Nun geht es darum, auf den Erfolgen und Erkenntnissen aus der aktuellen Programmgeneration aufzubauen und die neue Generation der Bildungsprogramme gleichzeitig an den aktuellen Herausforderungen in Europa auszurichten.
Die EU-Kommission legte am 23. November 2011 ihren Vorschlag für ein zukünftiges Programm "Erasmus für alle" (2014-2020) vor. Darin sollen die bestehenden Programme im Bereich Bildung (Programm für lebenslanges Lernen) und Jugend (Jugend in Aktion) sowie verschiedene Programme mit Drittländern im Hochschulbereich unter einem Dach zusammengeführt werden.
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich nach einem weiten Konsultationsprozess mit den bildungspolitischen Schlüsselakteuren bereits frühzeitig mit einer nationalen Stellungnahme zur Zukunft der Programme positioniert. Die genauen Inhalte der Stellungnahmen finden Sie hier: http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2011/2011_00_00-EU-Programme-fuer-Bildung.pdf
Am 11. Mai 2012 hat der Bildungsministerrat inhaltlich zu dem Vorschlag der EU-Kommission Stellung genommen. Das für Deutschland federführende BMBF hat sich in den Verhandlungen dafür eingesetzt, dass zentrale Erfolgsfaktoren der aktuellen Programme - die klare Sichtbarkeit und Relevanz der verschiedenen Zielgruppen und Bildungssektoren - auch in Zukunft erhalten bleiben. Diese drohten in der zukünftigen Ausgestaltung des EU-Programms verloren zu gehen. Unter anderem konnte die Verankerung von Mindestbudgets für die verschiedenen Bildungsbereiche und eines separaten Budgets für den Jugendsektor erreicht werden. Ferner soll auch zukünftig jeder Mitgliedstaat individuell regeln können, wie er das Programm national umsetzen wird. Deutschland verfügt mit dem Deutschen akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Pädagogischen Austauschdienst über eine differenzierte, nutzernahe Umsetzungsstruktur. Diese Einrichtungen sind Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet und nur sie können die notwendige Qualität bei der Umsetzung sicherstellen.
Die endgültige Beschlussfassung über das Förderprogramm erfolgt nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments, die für Herbst 2012 erwartet wird.
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(URL: http://www.bmbf.de/pubRD/Aktionspgr_LLL_Amtsbaltt.pdf)

2010, 53 Seiten
Download [PDF - 1,72 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/eu_bildungspolitik.pdf)

Die Auswirkungen internationaler Erfahrung auf die Berufswege von ehemals mobilen Studierenden und Lehrenden
2009, 126 Seiten
Download [PDF - 8,90 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/erasmus_mobilitaet.pdf)

Europäische Auftaktveranstaltung am 6. und 7. Mai 2007 in Berlin /
European Launch Conference in Berlin on 6 and 7 May 2007
2008, 59 Seiten
Download [PDF - 2,12 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/programm_fuer_lebenslanges_lernen_de_en.pdf)
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