Navigationsbereich


Bildung
Gruppe von internationalen Studenten

Programm für Lebenslanges Lernen: Europäisches Bildungsprogramm für Jedermann

Im Januar 2007 startete das EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen (PLL) mit dem Ziel, die Mobilität in der Bildung zu fördern und den europäischen Bildungsraum attraktiver zu machen. Bis Ende 2013 förderte das PLL mit fast sieben Milliarden Euro den europäischen Austausch von Lernenden und Lehrenden aller Altersstufen sowie die europäische Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen. Neben den 27 EU-Staaten machten die Türkei, Kroatien, Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz mit. Ab 2014 sollen die vier Säulen des PLL (Comenius für die Schulen, Leonardo da Vinci für die berufliche Bildung, Erasmus für die Hochschulen, Grundtvig für die Erwachsenenbildung) sowie die Bereiche Jugend in Aktion und Sport unter dem Dach des neuen EU-Programms Erasmus+ (2014-2020) fortgeführt werden.

EU-Bildungsprogramm für lebenslanges Lernen (PLL)

Das PLL unterstützt die bildungspolitische Zusammenarbeit in Europa und trägt insbesondere dazu bei, die Zielsetzungen der Erklärungen von Kopenhagen im Bereich der beruflichen Bildung und des Bologna-Prozesses im Hochschulbereich umzusetzen. Es umfasst derzeit den lebensbegleitenden Bildungsweg von der Schule über die Hochschule und Berufsbildung bis zur Erwachsenenbildung. Die verschiedenen Bildungsbereiche finden sich in den vier Einzelprogrammen Comenius, Leonardo da Vinci, Erasmus und Grundtvig wieder:

COMENIUS

Das Einzelprogramm COMENIUS richtet sich in erster Linie an Schulen sowie - unter bestimmten Bedingungen - an Ausbildungseinrichtungen. Unterstützt werden unter anderem Schulpartnerschaften, Auslandsaufenthalte von Schülerinnen und Schülern, Assistenzzeiten im europäischen Ausland für angehende Lehrkräfte sowie die Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Während der Laufzeit des Programms sollen mindestens drei Millionen Schülerinnen und Schüler an gemeinsamen Bildungsaktivitäten teilnehmen.       

Weitere Informationen zum Einzelprogramm COMENIUS finden Sie auf der Internetseite des Pädagogischen Austauschdienstes der Kultusministerkonferenz (PAD) - Nationale Agentur für EU-Programme im Schulbereich unter: http://www.kmk-pad.org.

ERASMUS

Das Einzelprogramm ERASMUS richtet sich an Hochschulen. Unterstützt werden Auslandssemester sowie Auslandspraktika von Studierenden, die Mobilität von Dozent(inn)en, der Informationsaustausch im Rahmen von Netzwerken sowie die Entwicklung europäischer Curricula. Bis 2013 sollen mindestens drei Millionen Studierende die Möglichkeit eines Auslandsstudiums erhalten haben. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des DAAD – Nationale Agentur für EU-Hochschulprogramme unter: http://eu.daad.de.

LEONARDO DA VINCI

Das EU-Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI unterstützt die europäische Zusammenarbeit von Unternehmen, Kammern, Sozialpartnern, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen. Hierzu zählt die Förderung von Auslandsaufenthalten von Auszubildenden bzw. Berufsschülerinnen und Berufsschülern, Arbeitnehmer(inne)n sowie von Ausbildern und Berufsschullehrer(innen). In sogenannten "Partnerschaften" werden europäische Berufsbildungsthemen bearbeitet. Der europäische Transfer von erfolgreichen Konzepten und Innovationen wird in Innovationstransferprojekten gefördert. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB unter: http://www.na-bibb.de/leonardo_da_vinci.html

GRUNDTVIG

Das Einzelprogramm GRUNDTVIG richtet sich an alle Akteure der Erwachsenenbildung. In „Lernpartnerschaften“ werden europäische Themen der Erwachsenenbildung bearbeitet. "Multilaterale Projekte" entwickeln Innovationen für die Erwachsenenbildung. Ein weiterer Förderschwerpunkt ist die Fortbildung von Dozenten der Erwachsenenbildung im europäischen Ausland. Mit dem Programm sollen die durch die Alterung der Bevölkerung entstehenden Bildungsherausforderungen angegangen werden. Weiterhin dient das Programm der Unterstützung von Erwachsenen, die ihr Wissen und ihre Kompetenzen ausbauen wollen. Besondere Zielgruppen des Programms sind neben älteren Menschen auch Erwachsene ohne Grundqualifikation. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB unter: http://www.na-bibb.de/de/grundtvig.html

QUERSCHNITTSPROGRAMM

Die Einzelprogramme werden durch ein Querschnittsprogramm mit folgenden Schwerpunktaktivitäten ergänzt:

  • Politische Zusammenarbeit und Innovation in Bezug auf lebenslanges Lernen,
  • Sprachenlernen, sofern das Projekt bildungsbereichsübergreifend angelegt ist, 
  • Maßnahmen der Informations- und Kommunikationstechnik, sofern das Projekt bildungsbereichsübergreifend angelegt ist,
  • Konzepte zur Verbreitung von Projektergebnissen

STUDIENBESUCHSPROGRAMM

Weiterhin zählt das Studienbesuchsprogramm zu den Aktivitäten des Querschnittsprogramms. Es ermöglicht Multiplikatoren und politischen Entscheidungsträgern aus dem gesamten Bildungsbereich an thematisch ausgerichteten Studienbesuchen in einem anderen Land teilzunehmen.

Erasmus+: DIE NEUE PROGRAMMGENERATION 2014 - 2020

Auf Grund des großen Erfolgs des bisherigen EU-Bildungsprogramms, soll der Bildungsaustausch auch in den kommenden Jahren weiter verstärkt werden. Ab 2014 wird daher das EU- Bildungsprogramm Erasmus+ gestartet. Unter dem Dach dieses neuen Programms sollen die derzeitigen Programme Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius und Grundtvig sowie auch Jugend in Aktion und Erasmus Mundus integriert werden. Die Markennamen der bisherigen Programme werden beibehalten, um sicherzustellen, dass eine zielgruppengenaue Förderung gewährleistet werden kann. Somit sollen zum Beispiel Fördermaßnahmen im Hochschulbereich weiterhin unter "Erasmus" fallen und Fördermaßnahmen im Ausbildungsbereich unter "Leonardo da Vinci". Außerdem haben sich Europäische Kommission, Europäisches Parlament und der Europäische Rat auf verschiedene programmübergreifende Leitaktionen geeinigt (Lernmobilität, Partnerschaften und Politische Reformen), die Erasmus+ stärker strukturieren sollen.
Das Budget wurde zudem deutlich erhöht: Insgesamt sollen circa 13,01 Milliarden Euro in Erasmus+ investiert werden. Damit wird ein deutliches Zeichen für Bildung, den Austausch innerhalb Europas und die Förderung von Jugendlichen gesetzt. Im Herbst 2013 soll das Programm im Europäischen Rat endgültig beschlossen werden, so dass es Anfang 2014 starten kann.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich nach einem weiten Konsultationsprozess mit den bildungspolitischen Schlüsselakteuren bereits frühzeitig mit einer nationalen Stellungnahme zur Zukunft der Programme positioniert.

Die Inhalte der Stellungnahmen finden Sie hier: http://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2011/2011_00_00-EU-Programme-fuer-Bildung.pdf

Am 11. Mai 2012 hat der Bildungsministerrat inhaltlich zu dem Vorschlag der EU-Kommission Stellung genommen. Das für Deutschland federführende BMBF hat sich in den Verhandlungen dafür eingesetzt, dass zentrale Erfolgsfaktoren der aktuellen Programme - die klare Sichtbarkeit und Relevanz der verschiedenen Zielgruppen und Bildungssektoren - auch in Zukunft erhalten bleiben. Diese drohten in der zukünftigen Ausgestaltung des EU-Programms verloren zu gehen. Unter anderem konnte die Verankerung von Mindestbudgets für die verschiedenen Bildungsbereiche und eines separates Kapitel für den Jugendsektor erreicht werden. Ferner soll auch zukünftig jeder Mitgliedstaat individuell regeln können, wie er das Programm national umsetzen wird. Deutschland verfügt mit dem Deutschen akademischen Austauschdienst (DAAD), dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Pädagogischen Austauschdienst über eine differenzierte, nutzernahe Umsetzungsstruktur. Diese Einrichtungen sind Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet und nur sie können die notwendige Qualität bei der Umsetzung sicherstellen.

Nach Stellungnahme des Europäischen Parlaments im Herbst 2012 sind Bildungsministerrat, Europäisches Parlament und Kommission in die Verhandlungen (informeller Trilog) zum finalen Text des neuen Programmes eingetreten. Im Ausschuss der Ständigen Vertreter (AStV) vom 26. Juni 2013 haben nun alle Mitgliedstaaten dem finalen Text zugestimmt. Die zentralen deutschen Anliegen zur inhaltlichen Ausgestaltung sowie zur Mittelverteilung konnten letztlich verankert werden: die Ausgestaltung der nationalen Durchführungsstrukturen bleibt in primär mitgliedstaatlicher Verantwortung, Mindestbudgets für die einzelnen Bildungssektoren sind festgelegt, die Markennamen der bewährten Programme bleiben erhalten, ein eigenständiges Jugendkapitel ist vorgesehen, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich der Berufsbildung mit Drittstaaten wird gestärkt, als neues und vielversprechendes Instrument wurde eine Darlehensfazilität für Masterstudierende eingeführt und mit einem angemessenen Budget ausgestattet.

Zusatzinformationen

 

© 2014 Bundesministerium für Bildung und Forschung