Forschung

Europäischer Forschungsraum

Spitzenforschung hat in Europa lange Tradition. Europäische Forscherteams stehen in vielen Bereichen von Wissenschaft und Technik an der Spitze. Da die Spitzenforschungszentren aber über den Kontinent verstreut und nicht in geeigneter Weise miteinander vernetzt sind, können sich ihre Leistungen oft nicht voll entfalten. Auch wenn bereits in der Vergangenheit auf europäischer und auf EU-Ebene gemeinsame Aktionen eingeleitet wurden, ist es jetzt an der Zeit, durch eine zukunftsgerichtete Forschungs- und Innovationspolitik ein Äquivalent zum gemeinsamen Markt für Waren und Dienstleistungen aufzubauen - den Europäischen Forschungsraum.

Der Europäische Forschungsraum (EFR)

Am 18. Januar 2000 legte der EU-Kommissar für Forschung, Philippe Busquin, die Mitteilung "Hin zu einem europäischen Forschungsraum" vor. Dadurch wurde eine breite Diskussion mit dem Ziel der langfristigen Schaffung eines "Raums ohne Grenzen" für die europäische Forschung angestoßen. Herzstück der politischen Initiative ist eine bessere Nutzung der wissenschaftlichen Ressourcen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in Europa, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, eine bessere Abstimmung der Forschungsaktivitäten auf nationaler und europäischer Ebene, der Ausbau der Humanressourcen sowie die Steigerung der Attraktivität der europäischen Forschungslandschaft für die weltweit besten Forscherinnen und Forscher. Wichtigstes Instrument zur Umsetzung des Europäischen Forschungsraums ist das EU-Forschungsrahmenprogramm.

Ein weiteres Ziel ist die Anhebung der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovation auf 3% des EU-Bruttoinlandsproduktes bis zum Jahr 2010. Die Bundesregierung hat sich dieses Ziel ebenfalls zu Eigen gemacht. 

Die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten erfolgt im Rahmen der "offenen Methode der Koordinierung" (open method of coordination), die durch die Schlussforderungen der Europäischen Räte von Lissabon im März 2000 und von Göteborg im Juni 2001 formell als neues ergänzendes EU-Politikinstrument eingeführt wurde. Im Vordergrund der offenen Methode der Koordinierung steht die freiwillige Zusammenarbeit der einzelnen Mitgliedsstaaten und der Erfahrungsaustausch anhand modellhafter und bewährter Beispiele aus der Praxis (best practice).

Im Rahmen der EU, bei europäischen Organisationen und Forschungseinrichtungen sowie bei multilateralen Organisationen wirkt die Bundesrepublik Deutschland maßgeblich an der Gestaltung und Durchführung der europäischen und internationalen Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiepolitik mit.

Weiterführende Informationen:

  • Ministerium

    6. Juli 2009 - 7. Juli 2009

    Deutsche EUREKA-Präsidentschaft 2009/2010 - Spitzeninnovation durch internationale Kooperation

    Forschung, Bildung und Innovation sind die wichtigsten Antriebskräfte für Europas Wettbewerbsfähigkeit. Sie bilden die Grundlagen für Europas Zukunftsfähigkeit mit nachhaltigem Wachstum, mehr Beschäftigung und sozialem Zusammenhalt. Gerade angesichts der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise schlagen sie Brücken in eine Zukunft wirtschaftlicher Erholung. Hier setzt EUREKA an, indem es als europäische Forschungsinitiative Unternehmen und Wissenschaftsorganisationen den Rahmen für grenzüberschreitende und marktorientierte Kooperationen in Forschung und Technologieentwicklung schafft. Deutschland hat am 1. Juli 2009 zum dritten Mal nach 1985 und 1999/2000 die EUREKA-Präsidentschaft übernommen und unterstreicht damit sein Engagement für die europäische Zusammenarbeit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist das federführende Ressort in Deutschland und wird die Initiative für ein Jahr politisch führen.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/13642.php)
  • Ministerium

    COST - europäischer Rahmen für Kooperation in Wissenschaft und Technik

    COST ist ein europäischer Rahmen für die Koordination von national durchgeführten Forschungsaktivitäten in allen Bereichen der Wissenschaft und Technologie. Seit den Anfängen 1971 ist die Beteiligung auf 34 Mitgliedsländer und zahlreiche Teilnehmer weltweit angewachsen, die in unterschiedlichsten transdisziplinären Netzwerken zusammen arbeiten.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/6812.php)
  • Ministerium

    EUREKA - ein Netzwerk für innovative und marktorientierte Forschung

    EUREKA wurde 1985 als Initiative gegründet, um die technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Unternehmen, Forschungszentren und Hochschulen werden Kooperationsmöglichkeiten und Unterstützung angeboten, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/6814.php)
  • Ministerium

    Zusammenarbeit mit West-, Nord- und Südeuropa

    Die Zusammenarbeit mit den Ländern Europas hat für Deutschland eine zentrale Bedeutung; sie ist auch bei der Umsetzung der Fachprogramme des BMBF besonders ausgeprägt. Dabei erfolgt die bilaterale Kooperation vorwiegend im multilateralen Rahmen und ist auf die aktive Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraumes (EFR) ausgerichtet. Wissenschaftliche Zusammenarbeit im EFR geschieht weitestgehend in direktem und ungehindertem Kontakt zwischen Forschern und Forschungseinrichtungen, ohne dass es besonderer staatlich unterstützter Kontaktanbahnung bedarf.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/1574.php)
  • Ministerium

    Zusammenarbeit mit Mittel-, Ost- und Südosteuropa

    Die Zusammenarbeit mit den Mittel-, Ost- und Südosteuropäischen Ländern steht im Zeichen der europäischen Integration. Damit verändern sich auch die Ziele und Rahmenbedingungen der bilateralen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung. Während bisher die Unterstützung der Integration der Beitrittskandidaten in die EU im Mittelpunkt stand, geht es nun darum, miteinander den Europäischen Bildungs- und Forschungsraum zu gestalten. Darüber hinaus sollen nun die jeweiligen Potenziale in Forschungs- und Entwicklungsprojekten im gegenseitigen Interesse verknüpft werden.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/1572.php)

Dokumente