
Was muss passieren, damit Verbraucher und Verbraucherinnen ihr Wissen über nachhaltigen Konsum auch tatsächlich beim täglichen Einkauf umsetzen? Birgt der Rückzug des Staates aus der Versorgung mit Wasser, Strom oder Gas Gefahren in Hinsicht auf soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz oder eröffnet er ganz neue Spielräume für nachhaltiges Handeln? Kann "Bio"-Treibstoff zu einem Synonym für gesellschaftlichen Fortschritt, Dynamik und Lernprozesse werden? Wie verändern Maßnahmen des CO2-Managements die Funktionen von Ökosystemen europäischer Kulturlandschaften?
Der Förderschwerpunkt "Sozial-ökologische Forschung" zeichnet sich dadurch aus, dass Wissen fachübergreifend zusammengeführt wird, um wissenschaftliche Beiträge zur Lösung konkreter gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme zu leisten: Klimaschutz und Biodiversität, nachhaltige Gestaltung der Ver- und Entsorgungssysteme (Wasser, Energie, Abfall), nachhaltiger Konsum oder der Umgang mit neuartigen "systemischen" Risiken verursacht durch die Durchdringung aller Lebensbereiche mit Informations- und Kommunikationstechnologien bzw. dem Einsatz neuer Technologien (wie z. B. Nano- und Gentechnologie), stehen im Zentrum der Arbeiten.
In aller Regel erfordert dies ein interdisziplinäres Zusammenwirken von Forschenden der Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Da es sich um lebensweltliche Probleme handelt, muss aber über das Wissenschaftssystem hinausgegangen und das in der Praxis vorhandene Expertenwissen berücksichtigt werden (Transdisziplinarität). Daher werden gesellschaftliche Akteure - Verbraucher, Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft - in unterschiedlicher Form in den Forschungsprozess eingebunden. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung, also die ökologische Modernisierung der Gesellschaft, ohne aber das Bedürfnis der Menschen nach sozialer Gerechtigkeit und Wohlstand zu vernachlässigen. Eine hochkomplexe Aufgabe, die auf der Forschungsagenda der Bundesregierung an hervorgehobener Stelle steht.
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer Programmevaluation begann im Jahr 2006 die zweite Phase des Förderschwerpunkts, die bis zum Jahr 2010 ausgelegt ist. Dabei wird dem Aufbau von Forschungskapazitäten (Capacity Building) in den Universitäten und außeruniversitären Instituten weiterhin eine wichtige Rolle zukommen. Der Forschungszugang wurde anhand der Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre präzisiert und noch stärker auf die Frage zugeschnitten, wie gesellschaftliche Handlungsprozesse zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung auf der Basis weitgehend vorhandenen Wissens unterstützt werden können.
Anfang 2008 haben zehn Forschungsverbünde im Themenschwerpunkt "Vom Wissen zum Handeln - Wege zum nachhaltigen Konsum" die Arbeit aufgenommen. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der ersten Förderphase wird darüber hinaus seit 2009 auch die Förderung von Nachwuchsgruppen auf dem Gebiet der sozial-ökologischen Forschung fortgeführt. Die zwölf ausgewählten Nachwuchsgruppen forschen an unterschiedlichen Aspekten aus den Themenbereichen Klimaschutz, Biodiversität und Politikberatung.
Im April 2009 wurde eine weitere Bekanntmachung zum Thema "Soziale Dimensionen von Klimaschutz und Klimawandel veröffentlicht.
Die Projekte werden im Internetauftritt des Förderbereichs unter www.sozial-oekologische-forschung.org vorgestellt.
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Contributions Made by Social-Ecological Research
2009, 40 Seiten
Bestell-Nr.: 30453
Download [PDF - 3,46 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/climate_protection_demands_action.pdf)

Beiträge der Sozial-ökologischen Forschung
2008, 40 Seiten
Download [PDF - 1,68 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/klimaschutz_erfordert_handeln.pdf)
Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
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