
Die überwiegende Zahl der Firmen, die sich in Deutschland mit Biotechnologie befassen, sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Als Hochtechnologie-Unternehmen wenden sie überproportional viel für Forschung und Entwicklung (FuE) auf. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert daher gezielt FuE-Vorhaben von KMU, die auf dem Gebiet der Biotechnologie tätig sind bzw. ihr Geschäftsfeld durch den Einsatz von Biotechnologie erweitern wollen.
Deutschland hat seit Mitte der 1990er Jahre eine sehr dynamische Entwicklung in der Biotechnologie genommen. Der 1995 vom BMBF gestartete BioRegio-Wettbewerb hat dabei als Initialzündung gewirkt: Eine hohe Zahl von Unternehmensgründungen - vor allem aus der Wissenschaft heraus - hat Deutschland seither hinsichtlich der Zahl der Biotechnologie-Unternehmen europaweit an die Spitze geführt. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 500 reine Biotechnologie-Unternehmen sowie 100 weitere Unternehmen mit biotechnologischen Aktivitäten. Über die Hälfte der heutigen Biotechnologie-Unternehmen sind erst nach 1996 entstanden. Sie bilden einen neuen, hochinnovativen Bereich des Mittelstands.
Innerhalb des Biotechnologie-Programms des BMBF waren bereits die Fördermaßnahmen BioChance (1999-2003) bzw. BioChancePlus (2004-2007) auf die speziellen Bedürfnisse der überwiegend jungen Biotechnologie-KMU zugeschnitten. Seit 2007 erfolgt die Förderung von KMU in der Biotechnologie unter dem Dach von KMU-innovativ.
Mit "KMU-innovativ" verfolgt das BMBF das Ziel, das Innovationspotenzial kleiner und mittlerer Unternehmen in der Spitzenforschung zu stärken sowie die Forschungsförderung insbesondere für erstantragstellende KMU noch attraktiver zu gestalten. Dazu hat das BMBF das Antrags- und Bewilligungsverfahren vereinfacht und beschleunigt sowie die Beratungsleistungen für KMU ausgebaut. Neben neugegründeten oder schon einige Jahre existierenden Biotechnologie-Unternehmen sind auch solche Unternehmen angesprochen, die erstmals biotechnologische Aktivitäten aufnehmen wollen.
KMU-innovativ leistet damit einen Beitrag zum Ziel der Hightech-Strategie der Bundesregierung, den Biotechnologie-Standort Deutschland nicht nur hinsichtlich der Zahl der Unternehmen, sondern auch hinsichtlich der Umsatz- und Beschäftigtenzahlen an die Spitze zu führen. Für "KMU-innovativ: Biotechnologie - BioChance" stellt das BMBF pro Auswahlrunde bis zu 15 Mio. € bereit. Die Förderrichtlinien sehen jährlich zwei Stichtage (15. April und 15. Oktober) für die Auswahl von Projektskizzen vor. Für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus allen Zweigen der modernen Biotechnologie kann eine Förderung beantragt werden.
Neben nationalen FuE-Projekten fördert das BMBF auch transnationale Kooperationen in der Biotechnologie, z.B. über das ERA-Net Eurotransbio oder die deutsch-israelische Initiative Bio-DISC.
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