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Die duale Berufsausbildung hat einen hohen Stellenwert in Deutschland. Ein entscheidender Vorzug des dualen Berufsausbildungssystems ist die Nähe zum Beschäftigungssystem. Einerseits ermöglicht sie Unternehmen, ihren Fachkräftenachwuchs praxisnah und bedarfsgerecht auszubilden. Andererseits sichert sie den Auszubildenden hohe Übernahmequoten in Beschäftigung und ist somit eine wesentliche Voraussetzung für eine eigenständige Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe. Laut EUROSTAT verzeichnet Deutschland gemeinsam mit Österreich mit 7,6% im März 2013 die niedrigste Arbeitslosenquote bei den unter 25-jährigen.
Die Ausbildungsmarktsituation ist auch 2012 gut, wenngleich sich die Steigerung der letzten Jahre nicht überall fortgesetzt hat. 2012 wurden 551.272 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das sind -18.108 (-3,2%) weniger als im Vorjahr. Die Vertragsrückgänge sind zum einen als Folge der demografischen Entwicklung und des gezielten (an die demografische Entwicklung angepassten) Abbaus der außerbetrieblichen Ausbildung zu sehen (-15,0%). Es wurden aber auch etwas weniger betriebliche Ausbildungsverträge abgeschlossen als 2011 (-2,5%).
Gleichzeitig ist mit 33.275 eine Rekordzahl an gemeldeten Berufsausbildungsstellen unbesetzt geblieben (+3.586 bzw. +12,1% verglichen mit 2011). Erneut lag die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten unbesetzten Berufsausbildungsstellen über der der unversorgten Bewerber (15.650). Allerdings ist auch die Zahl der unversorgten Bewerber, die weder in eine Berufsausbildungsstelle, noch in eine Alternative einmündeten 2012 gestiegen (+4.325 bzw. +38,2%). Das Ergebnis ist ein Indiz für wachsende Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt und zunehmende Schwierigkeiten betriebliches Angebot und Nachfrage regional und beruflich zusammenzuführen.
Auch Ergebnisse von Betriebsbefragungen zeigen, dass sich für Unternehmen die Suche nach Auszubildenden immer schwieriger gestaltet. Nach den Ergebnissen des BIBB-Qualifizierungspanels 2012 konnten mehr als ein Drittel der befragten Betriebe ihre angebotenen Ausbildungsstellen teilweise oder vollständig nicht besetzen (34,8 %). Davon besonders betroffen sind Klein- und Kleinstbetriebe mit 42,4 % (zum Vergleich Großbetriebe: 17,5 %).
Nicht auszuschließen ist, dass sich Betriebe, die wiederholt die Erfahrung machen, ihre angebotenen Ausbildungsstellen nicht besetzen zu können, dauerhaft aus der Ausbildung zurückziehen und damit ein wichtiges Instrument zur Fachkräftesicherung nicht nutzen.
Der Berufsbildungsbericht zeigt, dass die Ausbildungsbetriebsquote, d.h. der Anteil der Ausbildungsbetriebe an allen Betrieben weiter gesunken ist (2008: 24 %, 2009: 23,5 %, 2010: 22,5 %, 2011: 21,7 %).
Der Übergangsbereich bietet jungen Menschen, die nicht über die notwendigen Voraussetzungen für die Aufnahme einer Berufsausbildung verfügen oder aus anderen Gründen keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, die Möglichkeit, ihre individuellen Chancen für die Aufnahme einer Ausbildung zu verbessern. In vergangenen Jahren hatte die angespannte Situation am Ausbildungsmarkt zu einem deutlichen Anstieg der Zahl der jungen Menschen in Maßnahmen des Übergangsbereichs geführt. Hintergrund ist, dass diese Maßnahmen nicht nur von originär benachteiligten, sondern auch von so genannten "marktbenachteiligten" Jugendlichen, also von Bewerbern und Bewerberinnen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, in Anspruch genommen wurden.
Mit der zunehmenden Entspannung des Ausbildungsmarktes bedingt durch die demografische und konjunkturelle Entwicklung sowie das Engagement der Bundesregierung und der Wirtschaft geht auch die Zahl der Eintritte in den so genannte Übergangsbereich in den letzten Jahren deutlich zurück . 2011 lag die Zahl der Anfänger und Anfängerinnen im Übergangsbereich erstmals unter 300.000. Ein weiterer Rückgang konnte 2012 auf 266.732 erzielt werden (-18.190 bzw. -6,4 % verglichen mit 2011). Seit 2005 ist die Zahl der Anfänger und Anfängerinnen im Übergangsbereich sogar um -150.915 bzw. -36,1 % gesunken.
Die Prognose des BIBB zum Übergangsbereich zeigt, dass ein vollständiger Abbau des Übergangsbereichs selbst unter günstigster Ausbildungsmarktentwicklung unrealistisch ist. Umso wichtiger ist es, das Ziel der Effizienzsteigerung der Maßnahmen im Übergangsbereich konsequent umzusetzen, um jungen Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, den Weg in die Ausbildung zu erleichtern. Einen wichtigen Beitrag leistet hier z. B. die Initiative "Bildungsketten".
Als Antwort auf die gestiegenen Altbewerberzahlen der vergangenen Jahre hatte die Bundesregierung gezielte Maßnahmen für besonders förderbedürftige Altbewerber
aufgelegt. Altbewerber und Altbewerberinnen sind auch eine wichtige Zielgruppe im Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs 2010-2014. Es ist gelungen, die Zahl der Altbewerber und Altbewerberinnen deutlich zu reduzieren. Verglichen mit 2011 ist die Zahl der Bewerber, die sich bereits ein oder zwei Jahre vor dem Berichtsjahr für eine Ausbildung beworben haben, um -5.531 bzw. -3,3% auf insgesamt 162.550 gesunken.
Die Auswirkungen der demografischen Entwicklungen sind bereits seit einiger Zeit auch auf dem Ausbildungsstellenmarkt spürbar. 2012 ist die Zahl der nichtstudienberechtigten Schulabgänger und Schulabgängerinnen aus allgemein bildenden Schulen (Hauptklientel der dualen Berufsausbildung) weiter zurückgegangen (-8.500 bzw. -1,6% verglichen mit 2011). Seit 2005 ist hier ein Rückgang um mehr als -169.000 zu verzeichnen. 2013 wird die Zahl der nichtstudienberechtigten Schulabgänger und
Schulabgängerinnen erstmals seit 2001 wieder zunehmen, und zwar um +17.200 bzw. +3,2 % auf 551.800. Anstiege verzeichneten dabei sowohl die alten (+13.900 bzw. +3,0 %), als auch die neuen Länder (+3.300 bzw. +4,7 %). Dadurch ist der demografische Trend aber nicht gestoppt.
Schon 2014 wird die Zahl der nichtstudienberechtigten Schulabgänger und Schulabgängerinnen wieder auf zurückgehen. Der Rückgang wird sich auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Bis 2025 wird sich die Zahl der nichtstudienberechtigten Abgänger und Abgängerinnen aus allgemein bildenden Schulen in den neuen Ländern auf niedrigem Niveau stabilisieren. In den alten Ländern geht ihre Zahl dagegen weiter deutlich zurück. Da mittel- und langfristig auch die Zahl der studienberechtigten Schulabgänger und Schulabgängerinnen sinken wird, steht der Ausbildungsmarkt vor großen Herausforderungen. Künftig wird es noch stärker darauf ankommen, alle Potenziale - leistungsstarke wie auch schwächere Jugendliche - für den Ausbildungsmarkt zu erschließen, um den Fachkräftenachwuchs für Deutschland zu sichern.
Die Bundesregierung sieht gerade auch im vorübergehenden Anstieg der Schulabgängerzahlen 2013 eine Chance für Unternehmen, mehr Ausbildungsstellen besetzten zu können.
Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2013 wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung herausgegeben. Er enthält umfassende Informationen und Analysen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, gibt einen Überblick über Programme des Bundes und der Länder zur Förderung der Berufsausbildung und informiert über internationale Indikatoren und Benchmarks.
Schwerpunktthema des BIBB-Datenreports ist in diesem Jahr "Digitale Medien - Entgrenzung von Lernen und Arbeiten".
Als Ergänzung des Berufsbildungsberichts des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bietet der Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zahlreiche Informationen und Analysen rund um die Entwicklung der beruflichen Bildung. Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht erscheint jährlich.
Die Erstellung des Datenreports zum Berufsbildungsbericht geht auf eine Empfehlung des BIBB-Hauptausschusses im Dezember 2007 zurück, den Berufsbildungsbericht neu zu strukturieren und in zwei Teile zu gliedern: Einen politischen Teil, der von der Bundesregierung beraten und beschlossen wird, und einen Datenteil, für den das BIBB verantwortlich zeichnet.
In den einzelnen Kapiteln des Datenreports zum Berufsbildungsbericht werden zentrale Indikatoren zur beruflichen Aus- und Weiterbildung dargestellt und Entwicklungen im Zeitverlauf aufgezeigt. Jährlich wechselnd werden Schwerpunktthemen behandelt. Hinzu kommen Programme zur Förderung der beruflichen Bildung sowie internationale Indikatoren und Benchmarks.
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(URL: http://www.bmbf.de/en/berufsbildungsbericht.php)

2013, 137 Seiten
Download [PDF - 644,5 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_2013.pdf)

2012, 124 Seiten
Download [PDF - 2,29 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_2012.pdf)

2011, 112 Seiten
Download [PDF - 1,68 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_2011.pdf)

2010, 66 Seiten
Download [PDF - 1,34 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_2010.pdf)

2009, 72 Seiten
Download [PDF - 1,09 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_09.pdf)

2008, 376 Seiten
Download [PDF - 2,93 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_08.pdf)
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