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Forschung
Preisverleihung

Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio

Mit dem Wettbewerb GO-Bio fördert das Bundesforschungsministerium gründungsbereite Forscherteams in den Lebenswissenschaften, um technisch anspruchsvolle Ideen zu einer tragfähigen Unternehmensgründung reifen zu lassen. Aus den 46 geförderten Projekten sind bereits 22 Firmengründungen hervorgegangen. Mit weiteren Gründungen ist zu rechnen. Ein spektakulärer Deal ist der Corimmun GmbH gelungen, die für 100 Millionen Dollar von einem großen Pharma-Unternehmen gekauft wurde.

Staatssekretär Georg Schütte (4. von links) und die Gewinner der 6. Auswahlrunde von GO-Bio. Copyright BIO Deutschland e. V.

Bei den Deutschen Biotechnologietagen am 10. April 2014 in Hamburg prämierte Staatssekretär Georg Schütte die Gewinner der 6. Auswahlrunde von GO-Bio. Aus 106 Bewerbungen empfahl die hochrangig besetzte Jury sieben Gründungsteams für eine Förderung durch das BMBF. Drei Gründungsprojekte befassen sich mit biotechnologischen Prozessen für die Industrie, zwei mit der Entwicklung von Medikamenten gegen schwerwiegende Krankheiten und jeweils ein Projekt mit Medizintechnik und nachhaltiger Tierhaltung.

Um die Finanzierungslücke zwischen öffentlicher Forschung und privater Firmenfinanzierung zu schließen, wurde in den letzten Jahren einiges getan: Zum einen verbessert etwa der vom Bundeswirtschaftsministerium initiierte High-Tech Gründerfonds das Angebot an Wagniskapital für frühe Unternehmensphasen, zum anderen wurden Forschungsförderprogramme wie GO-Bio für die Validierungs- und Kommerzialisierungsphase wissenschaftlicher Ergebnisse aufgelegt.

Mit dem Wettbewerb GO-Bio fördert das BMBF gründungsbereite Forscherteams in den Lebenswissenschaften, um technisch anspruchsvolle Ideen zu einer tragfähigen Unternehmensgründung reifen zu lassen. Seit dem Start im Jahre 2005 wurden bisher sechs Auswahlrunden bei GO-Bio abgeschlossen, 46 Teams wurden für eine Förderung ausgewählt.

Unter den erfolgreichen Bewerbern der ersten Auswahlrunde von GO-Bio waren zwei Teams von den Universitäten Tübingen und Würzburg, aus deren Zusammenschluss die Corimmun GmbH hervorging. Im Juli 2012 wurde die Corimmun GmbH vom Pharma-Unternehmen Janssen-Cilag übernommen. Das Beispiel Corimmun zeigt, wie wissenschaftliche Resultate dank öffentlicher Forschungsförderung zu neuen medizinischen Therapien führen können. Sonst bleiben viele innovative Ansätze für neue Medikamente in der Schublade liegen. Denn Universitäten können neue Wirkstoffe nicht bis zur Marktreife entwickeln, während Pharma-Firmen neue therapeutische Ansätze erst dann aufgreifen, wenn erste Daten vorliegen. Im Falle der Corimmun konnte der Wirkstoff COR-1 bis zur ersten klinischen Prüfung am Menschen gebracht werden. Da unter anderem der High-Tech Gründerfonds und die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Anteilseigner an der Corimmun AG beteiligt waren, fließen mit dem Verkauf erhebliche Mittel an sie zurück, die für neue Investments in junge Start-ups zur Verfügung stehen.

Während Ende der 1990er Jahre vergleichsweise viel privates Wagniskapital zur Verfügung stand, um kommerzialisierbare Ideen frühzeitig aus Hochschulen und Forschungsinstituten auszugründen, so verlangen Investoren mittlerweile eine deutlich stärkere technologische Validierung von Gründungsideen. Akademische Forschungsergebnisse genügen diesen Anforderungen jedoch nur selten. Die Fördermaßnahme "GO-Bio" schließt diese Lücke. Gefördert werden gründungsbereite Teams aus den Lebenswissenschaften in der Vorgründungsphase über zweieinhalb bis vier Jahre und ggf. einer anschließenden Gründungsphase von maximal weiteren drei Jahren. Andere Gründungsprogramme (z. B. EXIST des BMWi) sind auf diese langwierigen und kostspieligen Entwicklungsprozesse in den Lebenswissenschaften nicht zugeschnitten.

Das Auswahlverfahren ist zweistufig: Zunächst werden von einer vom BMBF eingesetzten Jury aus einer großen Zahl von Skizzen vielversprechende Ansätze ausgewählt und zur Ausarbeitung eines detaillierten Konzepts einschließlich eines Geschäftsplans aufgefordert.

Aufgrund der themenoffenen Gestaltung des Wettbewerbs bilden die von den gründungswilligen Wissenschaftlern eingereichten Projektskizzen einen breiten Bereich der Lebenswissenschaften ab. Das Ideenspektrum reicht von der Entwicklung neuer Therapeutika und Diagnostika für Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionen über die Entwicklung neuer Bioanalytik-Verfahren bis hin zur Forschung an innovativen Chiptechnologien oder biomedizinische Bildgebungsverfahren. Grundsätzlich steht GO-Bio für Gründungsvorhaben aus allen Bereichen der Lebenswissenschaften und angrenzenden Disziplinen offen.

Aber eine gute Idee ist noch kein marktfähiges Produkt und ein hervorragender Wissenschaftler noch kein erfolgreicher Unternehmer. Die GO-Bio-Bewerber müssen sich einem harten und hochselektiven Auswahlwettbewerb stellen. Die eingereichten Ideen werden auf Innovations- und Marktfähigkeit geprüft. Weniger als 10 Prozent der Bewerber schaffen den Sprung in die Förderung. In den bisher durchgeführten sechs Auswahlrunden wurden aus knapp 600 eingereichten Vorschlägen insgesamt 46 besonders aussichtsreiche Projekte für eine Förderung durch GO-Bio identifiziert.

Zusatzinformationen

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Bioökonomie und zum Wettbewerb GO-Bio mit den Gewinnern der Auswahlrunden finden Sie auf www.biotechnologie.de und auf www.biooekonomie.de

Innovationspreis für BMBF-gefördertes Start-up

Ärzte mit Gerät der iThera Medical GmbH

Dokumente

Publikationen

  • Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 ID = 1233

    Titelbild der Publikation

    Unser Weg zu einer bio-basierten Wirtschaft

    2010, 52 Seiten

    Download [PDF - 3,42 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biooekonomie.pdf)

  • Biotechnologie in Deutschland ID = 1162

    Titelbild der Publikation

    25 Jahre Unternehmens-Gründungen

    2010, 156 Seiten
    Bestell-Nr.: 30529

    Kostenlos bestellen

    Download [PDF - 5,54 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/biotechnologie_in_deutschland.pdf)

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)

Ansprechpartner

  • Forschungszentrum Jülich GmbH

    • Projektträger Jülich (PtJ), Bereich BIO
    • Dr. Jan Strey
    • 52425 Jülich
    • Telefonnummer: 030 20199-468
    • E-Mail-Adresse: j.strey@fz-juelich.de
    • Homepage: http://www.fz-juelich.de/ptj/go-bio
 

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