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Medizinische Leitlinie

Leitlinien beschreiben, welche Untersuchungen bei bestimmten Krankheiten nach dem neuesten Stand der Wissenschaft durchgeführt werden sollten und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Leitlinien sollen die medizinische Versorgung sicherstellen und verbessern, Qualitätsschwankungen in der medizinischen Versorgung ausgleichen sowie überflüssige Untersuchungen und Therapien verhindern. Abhängig von ihrer Qualität werden Leitlinien in die Kategorien S1, S2 und S3 eingeteilt. S3-Leitlinien sind besonders hochwertig.

Bisweilen sind für eine Leitlinie über 1.000 wissenschaftliche Publikationen aufzuarbeiten. Ein entscheidender Schritt ist die klinische Einordnung dieser Daten. Die Leitlinien-Autoren müssen beurteilen, wie relevant Studienergebnisse für die Praxis sind und ob sie sich überhaupt umsetzen lassen. Weitere Qualitätsmerkmale: Das Schema, nach dem die wissenschaftliche Literatur ausgewertet wurde, muss dokumentiert und die Leitlinie regelmäßig aktualisiert werden. Zurzeit existieren in Deutschland einige hundert medizinische Leitlinien, 30 bis 40 von ihnen gehören zur Kategorie S3.

Leitlinien bieten Ärzten eine Entscheidungshilfe. Sie sind keine Richtlinie! Leitlinien sind nicht bindend, sie bieten eher eine Orientierungshilfe. Abhängig von der Situation und den Bedürfnissen des Patienten kann und sollte von einer Leitlinie abgewichen werden.

Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (äzq) im Internet: www.leitlinien.de.
Die Leitlinien der AWMF im Internet: www.leitlinien.net.

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