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Biobanken

Biomaterialbanken sind Einrichtungen, in denen Proben menschlicher Körpersubstanzen bzw. extrahierte Anteile solcher Substanzen (Serum, DNA) gesammelt werden. Zu den gesammelten Proben zählen zum Beispiel Blut, Gewebe, Organe, Zellen und Körperflüssigkeiten (Harn oder Punktatflüssigkeiten). Die Untersuchung dieser Proben kann wesentliche Hinweise auf Ursachen und Mechanismen von Erkrankungen ergeben. Die Begriffe Biobank oder Biomaterialbank werden oft synonym verwendet.

Sammlungen humaner Materialien oder Proben wurden bisher häufig im Rahmen der Krankenversorgung angelegt und zur behandlungsnahen Forschung verwendet. In den letzten Jahren entstehen aber zunehmend Biobanken, die zusätzlich personenbezogene Daten der Patienten speichern. Hierbei handelt es sich meist um klassische administrative Daten wie etwa Alter und Geschlecht. Im Behandlungskontext sind zuweilen aber auch klinische Parameter wie eine seltene Diagnose, Gesundheitsdaten und Lebensgewohnheiten wichtig. Insbesondere Genforscher sind an der Verknüpfung der Informationen interessiert. Durch das Hinzuziehen der persönlichen Daten wollen sie klären, wie Gene, Umwelt und Lebensgewohnheiten bei der Entstehung von Krankheiten zusammenwirken. Daraus lassen sich möglicherweise vorbeugende Maßnahmen ableiten. Die Kombination biologischer und persönlicher Daten außerhalb des direkten Behandlungsbezuges, wie zum Beispiel für Forschung, Epidemiologie und Gesundheitsfürsorge ist strengen datenschutzrechtlichen Bestimmungen unterworfen. Um einen Ausgleich zwischen den Interessen der Forschung und dem Datenschutz zu schaffen, hat der Nationale Ethikrat detaillierte Vorschläge zum Umgang mit Informationen aus Biobanken erarbeitet (www.nationalerethikrat.de).

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