Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den Begriff so: "Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen." Die WHO betont damit zum einen den individuellen Aspekt von Gesundheit - sie kann für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Gleichzeitig werden eine gesellschaftliche und eine wirtschaftliche Dimension von Gesundheit postuliert.
Andere Definitionen stellen das "Funktionieren" des Menschen in den Mittelpunkt. Gesundheit gilt dann als eine Ressource, die es Menschen erlaubt, ein individuelles, sozial und ökonomisch produktives Leben zu führen. Sigmund Freud formulierte es konkreter und schöner: "Gesundheit ist die Fähigkeit, lieben und arbeiten zu können." Kriterien für Gesundheit, die in diesem Zusammenhang häufig genannt werden, sind "Störungsfreiheit", "Leistungsfähigkeit" oder "Rollenerfüllung".
Eine dritte Möglichkeit besteht darin, Gesundheit im Hinblick auf "Normalzustände" zu definieren: "Voraussetzung der Gesundheit ist [...], dass die Körper und Organfunktionen sowie die psychischen und geistigen Reaktionen nicht wesentlich von der Durchschnittsnorm des betreffenden Lebensalters abweichen." (Brockhaus, 1989) Demnach werden in unterschiedlichen Gesellschaften ganz unterschiedliche Zustände für gesund oder krank gehalten. Beispiel: Bei uns gelten Menschen mit Halluzinationen als krank - in den Augen vieler Naturvölker verfügen sie hingegen über göttliche Fähigkeiten.
Zuletzt ist man von der statischen Betrachtung abgerückt und spricht eher von einem Kontinuum von Gesundheit bis Krankheit. Gesundheit ist damit kein eindeutig definierbares Konstrukt, sie muss mehrdimensional betrachtet werden. Neben körperlichem und psychischem Wohlbefinden gehören Leistungsfähigkeit, Selbstverwirklichung und Sinnfindung dazu, die sich in ihrer Bedeutung für die Gesundheit im Laufe des Lebens jedoch verändern können.