25.04.2006 [Pressemitteilung 063/2006]

Schavan: "Berufliche Bildung umfassend modernisieren"

Bundeskabinett nimmt Berufsbildungsbericht 2006 zustimmend zur Kenntnis

Das Bundeskabinett hat am Dienstag (25. April) den Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Kabinett begrüßte zudem die Initiative von Bundesministerin Annette Schavan für eine strukturelle Weiterentwicklung der beruflichen Bildung.

"Diese strukturelle Weiterentwicklung zielt auf eine umfassende Modernisierung. Dabei soll auch das Zusammenspiel zwischen den Verantwortlichen in der Berufsbildung, aber auch zwischen dem Berufsbildungs- und Hochschulbereich sowie die Durchlässigkeit zwischen den beiden Bildungsbereichen optimiert werden. Um den wirtschaftlichen und demografischen Wandel besser bewältigen zu können, müssen wir gemeinsam Strategien für Veränderungen entwickeln", sagte Schavan nach der Sitzung des Kabinetts in Berlin.

Die Ministerin verwies auf den von ihr einberufenen ,Innovationskreis berufliche Bildung', der am 6. April zum ersten Mal getagt hatte. In diesem Kreis erarbeiten hochrangige Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaft, beruflichen Schulen sowie der Sozialpartner und der Länder gemeinsame Strategien für Verbesserungen in der beruflichen Bildung.

Die wichtigsten übergreifenden Handlungsfelder sind dabei:

Erhöhung der Ausbildungschancen
Hier stehen Themen wie die Weiterentwicklung der Berufsbildung, Initiativen zur Verbesserung des Ausbildungsplatzangebotes wie z. B. das Programm "Jobstarter", die Evaluierung der Reform des Berufsbildungsgesetzes, die fortlaufende Modernisierung der Ausbildungsberufe sowie die Verzahnung zwischen beruflicher Aus- und Weiterbildung auf der Agenda.

Optimierung des Übergangsmanagements
Ziel der Aktivitäten ist eine möglichst frühe Förderung von Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Gründen Probleme beim Übergang in eine Ausbildung haben, eine bessere Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie eine Nachqualifizierung für junge Erwachsene ohne Berufsabschluss.

Weiterbildung/Verbesserung der Durchlässigkeit
Dabei geht es um eine größere Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Ausbildungsbereichen. Ziele sind dabei die Entwicklung von aufeinander aufbauenden Fortbildungsmöglichkeiten, der Ausbau von Zusatzqualifikationen sowie verbesserte Anrechnungsmöglichkeiten vor allem von der beruflichen Bildung in den Hochschulbereich hinein.

Europäische Herausforderungen
Neben der Steigerung der Mobilität und des Austausches geht es vor allem um die Entwicklung verschiedener Instrumente zur Verbesserung von Transparenz, Anrechnung und Anerkennung von Qualifikationen und Abschlüssen in der Europäischen Union.

Der Berufsbildungsbericht hat gezeigt, dass die duale Berufsausbildung nach wie vor für den überwiegenden Teil der jungen Generation in Deutschland den Zugang zu einer qualifizierten Berufstätigkeit eröffnet. Die duale Bildung schafft damit zugleich wesentliche Grundlagen für das lebensbegleitende Lernen. Erstes Ziel der Berufsbildungspolitik der Bundesregierung wird es sein, möglichst allen Jugendlichen die Chancen für eine Ausbildung zu geben, die ihnen einen erfolgreichen Start in das Berufsleben ermöglicht.

Zwischen 1. Oktober 2004 und 30. September 2005 wurden bundesweit 550.180 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen; 22.800 Verträge oder 4,0% weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit hat sich nach dem positiven Ergebnis aus 2004 die ungünstige Entwicklung der vergangenen Jahre bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen wieder fortgesetzt. Betrachtet man jedoch die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge, wurden 2005 mit 505.191 Verträgen immerhin noch rund 7.900 neue betriebliche Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen als vor Beginn des Ausbildungspaktes im Jahr 2003. Parallel dazu verringerte sich auch die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit noch als unvermittelt gemeldeten Bewerber und Bewerberinnen um 3.161 oder 7,2% auf 40.900 Jugendliche. Durch die intensiven Nachvermittlungsaktionen, die im Rahmen des Ausbildungspaktes von den Arbeitsagenturen in enger Kooperation mit den Kammern durchgeführt wurden, konnte diese Zahl bis Mitte Januar 2006 auf rund 15.200 verringert werden.

Der Berufsbildungsbericht 2006 steht im Internet unter http://www.bmbf.de/pub/bbb_2006.pdf zum Download bereit.

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