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27.04.2006 [Pressemitteilung 069/2006]

BMBF fördert mit Weißer Biotechnologie die nachhaltige Produktion

Staatssekretär Rachel: "Mit Clusterbildung sorgen wir für mehr Wachstum"

Die Biotechnologie kann zu neuen industriell nutzbaren Produkten führen und Industrieprozesse umweltschonender machen. Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), kündigte auf diesem Gebiet - der so genannten Weißen Biotechnologie - nun eine neue Initiative an. Rachel eröffnete am Donnerstag in Potsdam die vom BMBF veranstalteten Biotechnologietage und sagte dabei, dass für die Förderinitiative "BioIndustrie 2021" gemeinsam mit der Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren bis zu 150 Millionen Euro mobilisiert werden sollen.

Das BMBF will mit diesem Wettbewerb drei Forschungsverbünde auswählen, in denen regionale und überregionale Kompetenzen auf dem Gebiet der Weißen Biotechnologie zusammenwirken sollen. "Die Biotechnologie braucht solche Cluster", sagte Rachel. "Sie sind ein wesentlicher Faktor für die positive wirtschaftliche Entwicklung von Regionen."

Die Initiative "BioIndustrie 2021" baut auf den Erfolgen des BioRegio-Wettbewerbs auf, der von 1996 bis 2002 zur Clusterbildung innerhalb der Biotechnologie diente. In einer ersten Phase soll ein Konzept entwickelt werden, wie aus Ideen aus Hochschulen und außeruniversitären Instituten durch die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft interessante Anwendungen werden.

Zur Weißen Biotechnologie zählen umweltverträgliche Biochemikalien, biologisch abbaubare Materialien für den Kunststoffersatz und Enzyme in Waschmitteln. Lebens- und Ingenieurwissenschaftler arbeiten auf diesem Gebiet eng zusammen mit dem Ziel, biologische Systeme industriell zu nutzen. Wirtschaftsexperten rechnen für die Weiße Biotechnologie mit einem weltweiten Umsatzvolumen von 50 Milliarden Euro. Deutschland besitzt durch exzellente Forschungseinrichtungen eine hervorragende Ausgangsposition und kann in Zukunft eine führende Rolle in diesem neuen Zweig der Biotechnologie einnehmen.

Die BMBF-Biotechnologietage bringen jedes Jahr mehrere Hundert Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Zeitgleich zur diesjährigen Veran-staltung in Potsdam veröffentlicht das Internetportal www.biotechnologie.de eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Firmenumfrage zur Lage der Biotechnologie-Branche.

Demnach ist die kommerzielle Biotechnologie-Branche in Deutschland mittelständisch geprägt: 88 Prozent der Biotech-Firmen haben weniger als 50 Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten in den 480 Unternehmen, die sich wesentlich oder ausschließlich der Biotechnologie widmen, rund 24 000 Beschäftigte. Ein Fünftel der Biotech-Unternehmen besteht bereits seit mindestens zehn Jahren, das Durchschnittsalter aller Biotech-Firmen liegt bei 6,9 Jahren. Am deutlichsten ist der Einfluss der Biotechnologie im medizinischen Bereich: Rund 80 Prozent der Firmen sind auf den Gebieten Gesundheit und Medizin tätig, jeweils rund ein Zehntel der Unternehmen arbeitet in der Industriellen Biotechnologie sowie in der Landwirtschaft.

Der Umsatz der Biotech-Branche liegt nach der vorliegenden Erhebung bei rund 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt 44 Prozent der Unternehmen haben im Jahr 2005 Wagniskapital in Höhe von 262 Millionen Euro erhalten. Für den Förderbereich Lebenswissenschaften des BMBF sind einschließlich der Biotechnologie nach dem Regierungsentwurf für den Haushalt 2006 rund 300 Millionen Euro veranschlagt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 10 Prozent.

 

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