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29.05.2006 [Pressemitteilung 088/2006]
Am heutigen bundesweiten Tag des Ausbildungsplatzes traf sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan in Aachen mit regionalen Wirtschaftsvertretern, um die gegenwärtige Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu erörtern. Darüber hinaus sprach die Ministerin im Rahmen von Unternehmensbesuchen mit Ausbildern und Auszubildenden.
"Das System der dualen Berufsbildung ist das Flaggschiff der Bildung in Deutschland und erweist sich als ein - für die jungen Menschen wie für die Betriebe gleichermaßen - modernes Instrument. Wir wollen jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot machen. Ich fordere daher alle Unternehmen, Freiberufler und Behörden auf: Schaffen Sie Ausbildungsplätze! Bilden Sie möglichst auch über den eigenen Bedarf hinaus aus!"
Schavan schlug einen konkreten Maßnahmenkatalog vor, der Ausbildungshindernisse beseitigen soll. Dazu zählen unter anderem:
Verbesserung der Vermittlung ausbildungsfähiger Jugendlicher in ausbildende Unternehmen. Immer noch gibt es eine hohe Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen und auf der anderen Seite viele ausbildungsfähige Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.
Schaffung von Anreizmechanismen für kleine Betriebe, mehr Jugendliche auszubilden, unter anderem durch Ausschöpfen der Gestaltungsmöglichkeiten von Ausbildungsvergütungen und durch Wegfall von Gebühren bei den Kammern.
Nichtanrechnung von Auszubildenden, wenn es darum geht, die notwendige Zahl der Beschäftigten für die Gründung eines Betriebsrats zu ermitteln.
Prüfung der Erweiterung der Einstiegsqualifizierungen, die bereits jetzt Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, einen erfolgreichen Übergang in die Berufsausbildung ermöglichen.
Vermeidung der Überspezialisierung von Ausbildungsgängen, um Jugendlichen einen breiteren Einstieg in die Berufsausbildung zu bieten.
Konzentration der Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf die Ausbildungsförderung von kleinen und mittleren Unternehmen, Existenzgründern sowie auf neue Branchen und Wachstumsfelder.
Annette Schavan unterstrich: "Bei allen mittel- und langfristigen Strategien muss nun auch kurzfristig ein Maßnahmenbündel greifen, das dazu führen soll, dass im September deutlich mehr Ausbildungsverträge als derzeit geschätzt abgeschlossen werden." Von den rund zwei Millionen Unternehmen in Deutschland seien eine Million ausbildungsfähig. Insgesamt bilden aber nur rund 500 000 Unternehmen aus. "Ziel muss es durch die Anreizmechanismen und Bürokratieabbau sein, dass rund 50 000 Betriebe mehr als bisher dafür gewonnen werden, Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen." Dies liege schließlich auch im eigenen Interesse der Wirtschaft: "Wer heute nicht ausbildet, wird morgen händeringend nach qualifizierten Fachkräften suchen", sagte Schavan.
[PDF - 40,8 kB]
Die Druckversion dieser Pressemitteilung finden Sie hier als PDF-Datei.
(URL: http://www.bmbf.de/_media/press/pm_20060529-088.pdf)
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