31.07.2006 [Aktuell 137/2006]
Ministerium stärkt Systembiologie mit weiteren 45 Millionen Euro Förderung
Computermodelle können helfen, die dem Leben zugrunde liegenden Prozesse besser zu verstehen. Dies jedenfalls ist Ziel der Systembiologie. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat nun vier Wissenschaftlergruppen ausgewählt, die in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 45 Millionen Euro an Fragestellungen der Systembiologie arbeiten. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Forschungsrichtung sind vielseitig: Sie reichen vom gezielten Pflanzendesign über die Optimierung von Produktionsprozessen bis hin zur Entwicklung von maßgeschneiderten Medikamenten.
Die Systembiologie ist als Querschnittstechnologie entscheidend für die Innovationsfähigkeit verschiedener Branchen. Die interdisziplinäre Forschungsrichtung verknüpft Daten und Methoden aus Biologie, Medizin, Mathematik, Physik, Systemtechnik, Informatik und den Ingenieurwissenschaften. Das BMBF treibt die Technologie mit dem Wettbewerb FORSYS (Forschungseinheiten der Systembiologie) in Deutschland konsequent voran. Nachdem ein internationales Expertengremium die Bewerbungen begutachtet hat, stehen jetzt die erfolgreichen Teams fest: Von der Förderung profitieren werden interdisziplinäre Forschungseinheiten an der Universität Freiburg, der Universität Heidelberg, der Universität Magdeburg (in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für die Dynamik komplexer technischer Systeme) und an der Universität Potsdam zusammen mit dem Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie.
Die vier Teams sollen vorhandene Forschungscluster in Biologie und Medizin weiter stärken, sich der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Systembiologie widmen und mit Nachwuchsgruppen die Forschung voranbringen. Nach der Förderung sollen sie in die institutionelle Förderung der jeweiligen Trägereinrichtung überführt werden.
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