24.01.2007 [Pressemitteilung 010/2007]
Die Bundesregierung hat erstmals ein ressortübergreifendes Programm zur zivilen Sicherheitsforschung beschlossen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt dafür in den nächsten vier Jahren 123 Millionen Euro zur Verfügung. "Wir müssen uns vor Gefahren durch Terrorismus, Kriminalität und Naturkatastrophen schützen und gleichzeitig unsere Freiheit und Rechtstaatlichkeit stärken. Dazu brauchen wir die Forschung", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei der Vorstellung am Mittwoch. "Für intelligente Sicherheitslösungen müssen wir unsere Stärken in den Technik- und Naturwissenschaften mit dem Potenzial der Geistes- und Sozialwissenschaften verknüpfen."
Das Sicherheitsforschungsprogramm bietet eine Plattform, auf der Industrie, Forschungseinrichtungen und Hochschulen mit Behörden, Rettungs- und Sicherheitskräften sowie den Betreibern von Energie-, Verkehr-, Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung zusammen arbeiten können. Gefördert werden Forschungsvorhaben zur Entwicklung von Sicherheitstechnologien, zum Beispiel zur Detektion von Sprengstoffen und Früherkennung von Gefahrstoffen oder zur Personenerkennung. Schwerpunktmäßig orientiert sich die Förderung an sicherheitskritischen Situationen. Vier Szenarien stehen dabei im Vordergrund: Schutz und Rettung von Menschen, Schutz vor Ausfall von Versorgungsinfrastrukturen, Schutz von Verkehrsinfrastrukturen und Sicherung der Warenketten.
Ziel ist beispielsweise die Entwicklung von Technologien, die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen. Diese sollen frühzeitiger alarmiert werden, grenzüberschreitend kommunizieren können und selbst besser geschützt sein. Mit Hilfe von Informatik, Soziologie, Mikrosystemtechnik und Medizin soll die Einsatzplanung in Krisenfällen automatisiert werden, um die Belastungen der Einsatzkräfte zu minimieren. Im Bereich Versorgung soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass nicht in Folge eines Stromausfalls die Wasserversorgung und die Telekommunikation zusammenbrechen oder durch Störung des IT-basierten Zahlungsverkehrs Unternehmen in kürzester Zeit zahlungsunfähig werden. Schnelle Gefahrstoffdetektoren sollen Flugreisende vor Warteschlangen, diskriminierenden Kontrollen und Mitnahmeverboten bewahren. Zur Sicherung der Warenketten kann hocheffiziente Durchleuchtungstechnik beitragen, die beispielsweise den Missbrauch von Containern für illegale Entsorgung oder das Einschleusen chemischer oder biologischer Kampfstoffe verhindert.
Das neue Programm bindet Nutzer und Anwender neuer Sicherheitslösungen in den Forschungs- und Entwicklungsprozess ein. Innovationshemmnisse, die sich später bei Datenschutzfragen, Kosten oder in der praktischen Umsetzung ergeben könnten, sollen schon in der Entwicklung untersucht werden. Da 80 Prozent aller sicherheitsrelevanten Infrastrukturen privatwirtschaftlich geführt werden, arbeiten Staat und Wirtschaft in Forschungskonsortien zusammen. Als Teil der Hightech-Strategie wird das Programm den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland auf dem Gebiet der Sicherheit nachhaltig stärken. Das BMBF fördert mit dem Programm auch die Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft in spezifischen Sicherheitstechnologien. Sicherheit ist Basis eines weltweit wachsenden Marktes, der allein in Deutschland 10 Milliarden Euro pro Jahr umfasst.
Die erste Förderbekanntmachung wird voraussichtlich im März dieses Jahres erfolgen.
Weitere Informationen unter http://www.sicherheitsforschungsprogramm.de
Ansprechpartner in Fragen der Förderung:
VDI-Technologiezentrum
Tel.: 0211-6214-401,
Fax: 0211 6214-488,
vditz@vdi.de
[PDF - 33,9 kB]
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