14.03.2007 [Pressemitteilung 056/2007]

Unternehmer ausländischer Herkunft für die duale Berufsausbildung gewinnen

Bundesbildungsministerium, Senat und Handelskammer werben um Ausbildungsplätze
In Deutschland sind rd. eine Million Menschen in Betrieben und Unternehmen beschäftigt, deren Inhaberinnen und Inhaber einen Migrationshintergrund besitzen. Aber:  diese Firmen schaffen noch deutlich weniger Ausbildungsplätze als Unternehmern deutscher Herkunft. Der Hamburger Senat, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Handelskammer Hamburg wollen deshalb Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft stärker in die duale Berufsausbildung einbinden. Das sind die Ergebnisse der Regionalkonferenz "Aktiv für Ausbildungsplätze" in der Handelskammer Hamburg.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Storm, regte an, die wachsende Wirtschaftskraft von Unternehmern ausländischer Herkunft verstärkt für die Berufsausbildung zu nutzen. "Ihre Zahl hat sich bundesweit seit den 1990er Jahren auf rund 300.000 Unternehmen fast verdoppelt," so Storm. Er kündigte zu diesem Thema die anhaltende Unterstützung durch das BMBF - Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER an. Zur Finanzierung des Programms stehen bis 2010 rund 125 Millionen Euro zur Verfügung - bereitgestellt vom BMBF und teilfinanziert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Rund 300 regionale Projekte werden gefördert.

Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust ermutigte Unternehmer mit ausländischer Herkunft, sich mehr für die berufliche Ausbildung einzusetzen: "Damit geben Sie jungen Menschen - auch mit Migrationshintergrund - eine echte Chance, beruflich Fuß zu fassen. Und Sie helfen aktiv dabei, die Arbeitslosenrate unter jungen Leuten weiter zu senken."

Viele dieser Unternehmen hätten bisher noch zu wenig Erfahrungen mit dem deutschen Ausbildungssystem und wüssten oft nicht, dass sie selbst ausbilden könnten, sagte Andreas Bartmann, Vizepräses der Handelskammer Hamburg. "Wir werden daher auch im Rahmen unserer Lehrstellenkampagne mit Informationen und Beratung zur Seite stehen." Gemeinsam könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass diese Betriebe mehr ausbildeten und damit vielen Jugendlichen helfen würden, denen vielleicht sonst keiner eine Chance gebe, so Bartmann weiter.

Auch Unternehmer ausländischer Herkunft machten deutlich, dass spezifische Beratungsangebote ein guter Weg seien, sie von den Vorteilen einer dualen Berufsaubildung zu überzeugen. So sieht es auch die Hamburger Geschäftsstellenleiterin des bekannten niederländischen Logistikunternehmens TNT und ehrenamtliche Erste Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft türkischer Unternehmer und Existenzgründer e.V. (ATU) Aygül Özkan: "Information und individuelle Unterstützung sind der Schlüssel zu einer höheren Ausbildungsbeteiligung dieser Zielgruppe. Die ATU akquiriert jedes Jahr mehr als 100 Ausbildungsplätze bei Unternehmen, die von Migranten geführt werden. Dies gelingt uns durch unsere umfassende Betreuung der Betriebe", so Özkan, die selbst türkischer Herkunft ist.

Die Veranstaltungsreihe "Aktiv für Ausbildungsplätze" wurde im April 2006 von der Integrationsbeauftrag-ten der Bundesregierung, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie zwölf ausländischen Unternehmerverbänden initiiert. Die acht Regionalkonferenzen werden von dem Programmbereich KAUSA des BMBF - Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER organisiert und haben mit den regionalen Partnern das Ziel, in verschiedenen deutschen Ballungsräumen bis 2010 ein Potenzial von rund 10.000 Ausbildungsplätzen bei Unternehmern mit Migrationshintergrund auszuschöpfen.  


JOBSTARTER ist das neue Ausbildungsstrukturprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). JOBSTARTER fördert Projekte, die nicht-ausbildenden ebenso wie ausbildenden Betrieben neue Möglichkeiten eröffnen, sowohl in die Ausbildung einzusteigen wie auch die bisherigen Ausbildungskapazitäten zu erweitern. Zur Finanzierung des Programms stehen bis 2010 rund 125 Millionen Euro zur Verfügung - bereitgestellt vom BMBF und teilfinanziert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Rund 300 regionale Projekte werden gefördert. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

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