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21.06.2007 [Pressemitteilung 136/2007]

Schavan: "Bildung ist Schlüssel für erfolgreiche Integration"

Bundesbildungsministerin trifft türkischstämmige Abiturienten / BAföG-Situation für Migranten deutlich verbessert / Zahl der Studierenden mit Migrationshintergrund soll verdoppelt werden

 "Erfolgreiche Integration funktioniert über Bildung. Unser Ziel ist es, den Anteil der Studierenden mit Migrationshintergrund in den kommenden fünf Jahren zu verdoppeln", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Donnerstag in Berlin. "Mit der BAföG-Novelle haben wir bereits einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan: Migranten mit langfristiger Bleibeperspektive können jetzt einfacher BAföG erhalten - unabhängig vom Nachweis einer mehrjährigen Erwerbstätigkeit der Eltern", so Schavan. Diese Verbesserung gilt bereits seit Anfang des Jahres für die Förderung durch die elf vom Bundesbildungsministerium unterstützten Begabtenförderungswerke. Zugleich verwies die Ministerin auf den weiteren Ausbau der Hochschulkapazitäten, den die Bundesregierung im Rahmen des Hochschulpakts mit 565 Millionen Euro unterstützt. Obwohl in Deutschland mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahren einen Migrationshintergrund haben, liegt ihr Anteil an den Studierenden nur bei etwa acht Prozent.

Schavan sprach im Bundesbildungsministerium mit einer Gruppe von 60 türkischstämmigen Abiturientinnen und Abiturienten aus acht Bundesländern, die an einer Bildungskampagne der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) teilnehmen. Zu dem Treffen im Ministerium kamen auch die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer, und der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland Kenan Kolat. Thema des Abends war der gemeinsame Einsatz für eine erfolgreiche Integration durch Bildung.

"Kinder und Jugendliche aus Migrantenfamilien müssen eine wirkliche Chance bekommen, das Abitur zu machen. Auf dieses Potenzial können und wollen wir nicht verzichten", betonte Schavan. Sie verwies auf zentrale Empfehlungen des Bundesbildungsministeriums für den Nationalen Integrationsplan, den Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. Juli auf dem zweiten Nationalen Integrationsgipfel vorstellen wird: "Die Bildungspotenziale junger Menschen mit Migrationshintergrund müssen noch besser ausgeschöpft werden und die Migrations- und Integrationsforschung in Deutschland muss weiterentwickelt werden."

Das Bundesbildungsministerium unterstützt die Initiative der Türkischen Gemeinde Deutschlands, die mit ihrer Bildungskampagne unter dem Motto "Ich habe es geschafft - du schaffst das auch!" Abiturienten und Lehrlinge als Bildungsbotschafter für eine erfolgreiche Integration in den Mittelpunkt stellt. "Unsere Gesellschaft muss endlich erkennen, dass Migration eine Bereicherung ist", sagte Schavan. "Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben viele Stärken und Talente und auch eine hohe Lernmotivation. Aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit lernen sie zum Beispiel leichter neue Sprachen."

Schavan hob zugleich hervor, wie wichtig die deutsche Sprache für Kinder mit Migrationshintergrund ist: "Das Beherrschen der Sprache ist Voraussetzung für eine gelingende Schul- und Berufsausbildung". Das Bundesbildungsministerium fördert Forschung zur Verbesserung von Sprachtests und unterstützt gemeinsam mit den Ländern die gezielte Sprachförderung von Migranten.

Staatsministerin Maria Böhmer begrüßte das Engagement der türkischstämmigen Abiturientinnen und Abiturienten als Bildungspaten. "Sie sind nicht nur Vorbilder und Botschafter dafür, dass Integration sich lohnt, sondern sie können den jungen Menschen aus Zuwandererfamilien konkret dabei helfen, selbständig Bildungsziele zu formulieren und Strategien zur Umsetzung zu entwickeln."

Der TGD-Vorsitzende Kenan Kolat hob hervor: "Zuwanderung ist eine Realität in der Bundesrepublik Deutschland. Diese Jugendlichen sind die Zukunft unseres Landes. Sie gehören zu uns, sie sind Teil unserer Gesellschaft. Sie werden uns auch in Zukunft bereichern."

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hatte Ende 2006 ihre Bildungskampagne "Zukunft für die Bildung" ausgerufen, die von zahlreichen Verbänden und türkischen Medien unterstützt wird. Ziel ist es, bis 2011 die Zahl der türkischstämmigen Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss zu halbieren sowie die Zahl der mittleren Schulabschlüsse und des Abiturs deutlich zu verbessern. Außerdem soll in diesem Zeitraum der Anteil der türkischstämmigen Elternvertreter und Schülervertreter in den Schulen gesteigert werden.

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