01.10.2007 [Pressemitteilung 197/2007]
BMBF stellt Expertise zur besseren Verzahnung von Kindertageseinrichtungen und Grundschulen vor / Experten diskutieren Stärkung frühkindlicher Bildung
"Wir brauchen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, wenn wir es mit dem Bildungsauftrag von Anfang an ernst nehmen", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan am Montag anlässlich der Fachtagung "Bildungshäuser für Kinder von drei bis zehn Jahren" in Berlin. Auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) diskutieren dort 120 Teilnehmer aus Forschung, Verbänden und Kommunalverwaltungen zwei Tage lang aktuelle Fragen der frühkindlichen Bildung und deren Umsetzung. Zugleich stellte das Ministerium eine eigens zu dem Thema Bildungshäuser erstellte Expertise vor, die vorhandene Modellvorhaben, Best Practice Beispiele und die Erfahrungen anderer europäischer Länder dokumentiert und für die weitere Verwendung aufbereitet.
"Das Alter zwischen drei und zehn Jahren ist eine Schlüsselphase in unserer Entwicklung", sagte Schavan. Deshalb gelte es die frühkindliche Bildung zu stärken. Die Ministerin betonte, es sei an der Zeit, über entsprechende Veränderungen in der Bildungsstruktur nachzudenken und Modelle auszuprobieren, die den aktuellen Kenntnisstand über das frühe Lernen berücksichtigen: "Einige Länder haben bereist erste Erfahrungen mit Bildungshäusern für Drei- bis Zehnjährige, und auch von unseren europäischen Nachbarn gilt es zu lernen. In der Praxis kann solch ein Bildungshaus sehr unterschiedlich aussehen - aber die Intention dahinter ist ein gemeinsames Anliegen, dessen Umsetzung keine Verzögerung erlaubt."
Die Verzahnung von Kindertageseinrichtungen und Grundschule wird bislang durch Regelungen der Länder und durch Modellvorhaben unterstützt und verbessert. In Bildungshäusern für Kinder von drei bis zehn Jahren kann diese Zusammenarbeit in besonderer Weise umgesetzt werden. Die jeweils eigenständigen Bildungsaufträge von Kindergarten und Schule erfordern dazu ein abgestimmtes Vorgehen des pädagogischen Personals beider Einrichtungen.
Die Forschung ist bei diesem Thema gefragt, um die Bedingungen für einen gelungenen Übergang zwischen Kindergarten und Schule genauer zu untersuchen. Auch der kindliche Bildungsprozess selbst muss noch besser erforscht werden. Weder ist - abgesehen von einzelnen Studien - bekannt, wie die Kinder selbst den Übergang erleben, noch liegt genügend gesichertes Wissen darüber vor, wie Eltern stärker in den Prozess einbezogen werden könnten.
"Bildungshäuser sind ein guter Ort, um allen Kindern bestmögliche Chancen einzuräumen und um den Benachteiligungen frühzeitig entgegenzuwirken", erklärte Schavan.
Vorgestellt und intensiv diskutiert wird auf der Tagung eine vom BMBF in Auftrag gegebene Expertise des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) der FH Köln. Das BMBF leistet damit einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Bildung in der frühen Kindheit und zur konzeptionellen Weiterentwicklung in der Bildungspraxis.
Die Expertise Rainer Strätz, Regina Solbach, Friedemann Holst-Solbach, "Bildungshäuser für Kinder von Drei bis Zehn Jahren" einschließlich einer Kurzfassung findet sich auf der Internetseite des BMBF unter:
http://www.bmbf.de/pub/expertise_bildungshaus.pdf.
[PDF - 47,7 kB]
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