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10.11.2008 [Pressemitteilung 195/2008]

Thomas Rachel: "Entscheidender Beitrag zum Katastrophenschutz"

Parlamentarischer Staatssekretär weiht morgen gemeinsam mit Indonesiens Präsident Yudhoyono in Jakarta Zentrale für das Tsunami-Frühwarnsystem ein

Die Menschen in Indonesien können künftig besser vor Naturkatastrophen geschützt werden: Das maßgeblich von deutschen Wissenschaftlern entwickelte Tsunami-Frühwarnsystem nimmt nun seinen Betrieb auf und geht in eine zweijährige Ausbau- und Optimierungsphase. Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono wird am morgigen Dienstag gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel (MdB), die Frühwarnzentrale in Jakarta einweihen. Knapp vier Jahre nach der Katastrophe vom 26. Dezember 2004, bei der 230 000 Menschen starben, ist damit eine effektive Technologie zum Schutz der Menschen einsatzbereit. Indonesische und deutsche Wissenschaftler werden in den kommenden zwei Jahren die Technologie weiter ausbauen und optimieren. Die endgültige Übergabe des Systems an Indonesien ist für 2010 geplant.

"Deutschland leistet mit seinem Anteil am Tsunami-Frühwarnsystem einen entscheidenden Beitrag zur Katastrophenvorsorge in Indonesien und den gefährdeten Küsten des Indischen Ozeans", sagte Thomas Rachel am Montag anlässlich der bevorstehenden Einweihungsfeier. Der Parlamentarische Staatssekretär dankte allen Beteiligten für ihr großes Engagement und hob hervor, dass Indonesien seine Bevölkerung nun besser vor Tsunamis schützen kann.

Im neuen Warnzentrum, das die indonesische Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) in Jakarta betreibt, haben Forscher neue wissenschaftliche Verfahren und Technologien zu einem weltweit einmaligen Frühwarnsystem kombiniert. "Mit dieser Technik können Behörden schnell und zuverlässig vor nahenden Tsunamis warnen", sagte Rachel.

Das so genannte Decision Support System (DSS), das von Deutschland bereitgestellt wurde, ist das Herzstück der neuen Warnzentrale. Es unterstützt weitgehend automatisiert die Entscheidungsfindung, ob - und wenn ja wo - Alarm ausgelöst werden muss. Im DSS laufen alle verfügbaren Informationen zusammen. Danach erfolgt der Abgleich der Daten mit bereits berechneten möglichen Tsunami-Simulationen an den Küsten Indonesiens.

Alle Komponenten des Frühwarnsystems in Indonesien sind betriebsbereit, auch wenn das Sensornetzwerk noch weiter verdichtet werden muss. Während der gemeinsamen Ausbau- und Optimierungsphase wird das Zusammenspiel verschiedener Komponenten verbessert. Zudem werden deutsche und indonesische Forschungseinrichtungen und Universitäten in den nächsten zwei Jahren Betriebspersonal für Indonesien schulen. Schließlich wird Deutschland gemeinsam mit der indonesischen Agentur BMKG Konzepte entwickeln, die Indonesien in die Lage versetzen, den Betrieb und die Wartung ab 2010 eigenständig zu finanzieren.

Die Bundesregierung hat als Teil ihrer Flutopferhilfe für die Tsunami-Regionen 45 Millionen Euro für den Aufbau eines Frühwarnsystems zur Verfügung gestellt. Der Aufbau erfolgt in enger Kooperation mit indonesischen Stellen sowie mit der UNESCO und deren zwischenstaatlicher ozeanographischer Kommission, die die Koordination für ein übergreifendes Frühwarnsystem für den Indischen Ozean übernommen hat. Für die Systemoptimierung und den Aufwand für den Know-how-Transfer für den Betrieb stellt das BMBF bis 2010 weitere 6 Millionen Euro bereit.

Unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, vertreten durch das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) arbeiten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen in enger Kooperation: das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Stiftung Alfred-Wegener-Institut (Stiftung AWI), das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), das Forschungszentrum Geesthacht (GKSS), das Konsortium Deutsche Meeresforschung (KDM), die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU).

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