04.06.2010 [Pressemitteilung 095/2010]

Rachel: "Mit der Sicherheitsforschung helfen wir den Helfern"

Auf der Interschutz-Messe 2010 zeigen 19 BMBF-Projekte Hightech und intelligente Organisationskonzepte für Lebensrettung und Katastrophenschutz

Temperaturen von mehreren hundert Grad, Rauchentwicklung, giftige Gase: Feuerwehr und Nothelfer müssen enorme Gefahren bewältigen. Ein entscheidender Faktor dabei ist intelligente Kleidung, die vor extremer Hitze schützt und selbstständig Kontakt zur Einsatzleitung hält. Dafür entwickeln Forscher nun neue Lösungen.
Das Projekt SensProCloth ist eines von vier Projekten, die am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf der Interschutz in Halle 1 präsentiert werden. Forschungsergebnisse zu diesen und weiteren 15 Verbundprojekten aus dem Programm "Forschung für die zivile Sicherheit" der Bundesregierung sind vom 7. bis 12. Juni 2010 auf der Messe in Leipzig zu sehen.

"Intelligente Schutzkleidung, sekundenschnell berechnete Fluchtwege und digitale Einsatzinformationen sind innovative Lösungen aus der Sicherheitsforschung. So helfen wir den Helfern, sich selbst und uns zu schützen und Leben zu retten", erklärt Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) anlässlich der Eröffnung der weltweit größten Messe für das Rettungs- und Sicherheitswesen.

Das Sicherheitsforschungsprogramm ist Teil der Hightech-Strategie für Deutschland. Polizei, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind von Beginn an in die Projekte eingebunden, ebenso wie staatliche und private Betreiber kritischer Infrastrukturen, etwa von Verkehrs- und Energienetzen. Geistes- und Sozialwissenschaftler untersuchen begleitend das Verhalten von Menschen in Krisensituationen, damit die technischen Lösungen darauf abgestimmt werden können.

Folgende vier Projekte können Sie am Stand des BMBF besichtigen:

Intelligente Kleidung schützt vor Hitze und hält Kontakt zur Einsatzleitung
Damit Feuerwehrleute ohne Gefahr für ihr eigenes Leben Brände löschen und Menschen retten können, werden im Projekt SensProCloth Schutzanzüge für extreme Hitze entwickelt. T-Shirts können außerdem Vital-Daten wie Körpertemperatur und Herzfrequenz des Trägers messen und übermitteln. So ist die Leitstelle immer über den medizinischen Zustand und den Aufenthaltsort einer Einsatzkraft informiert.

Im Brandfall die Ausbreitung giftiger Gase vorhersagen
Wenn es in einem U-Bahn-Tunnel brennt, kann das neue Informationssystem aus dem Projekt ORGAMIR minutenschnell berechnen, welche Fluchtwege noch sicher sind. Dafür messen moderne Sensoren die aktuelle Konzentration von Gefahrstoffen wie Rauch oder giftigen Gasen. Computersimulationen berücksichtigen dann die Windströmungen im Tunnel ebenso wie psychologische Erkenntnisse über das Verhalten von Menschen in einer solchen Gefahrensituation.

Evakuierungsassistent kann zukünftige Staus von Personenströmen berechnen
Feueralarm im Fußballstadion. 50.000 Menschen müssen in kürzester Zeit sicher heraus geleitet werden. Damit es trotz ausfallender Rettungswege nicht zu gefährlichen Staus kommt, entwickeln Forscher im Projekt HERMES einen Evakuierungs-Assistenten. Er soll aus den räumlichen Gegebenheiten und den aktuellen Fußgängerbewegungen die der nächsten 15 Minuten vorhersagen und helfen, Einsatzkräfte optimal einzusetzen.

Elektronische Informationsübermittlung über Verletzungen bei Großunfällen
Bei einem Großunfall mit Hunderten von Verletzten ist nicht nur die schnelle, sondern auch die gezielte Versorgung der Opfer entscheidend. Um die nachbehandelnden Ärzte sofort über den medizinischen Zustand der Opfer informieren zu können, haben Forscherinnen und Forscher im Projekt SOGRO ein neues elektronisches System entwickelt. Es ersetzt handgeschriebene Anhängekarten. Via PDA (Personal-Digital-Assistent) werden die Angaben über die Verletzten eingegeben und gleichzeitig auf einem RFID-Chip am Armband des Patienten gespeichert. So bekommt die Leitstelle einen Überblick und Ärzte individuelle Informationen.

Ein Informationsblatt mit Lage aller 19 Projektpräsentationen finden Sie hier:
http://www.bmbf.de/de/13190.php
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.sicherheitsforschungsprogramm.de


 

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