11.10.2010 [Pressemitteilung 179/2010]
BMBF fördert zum ersten Mal so genannte "Produktentwicklungspartnerschaften"
Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), stellte heute auf dem World Health Summit eine neue Fördermaßnahme für die Forschung und Entwicklung gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten vor. "Wir setzen uns besonders für die Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Schwangeren in Entwicklungsländern ein. Wir brauchen Impfstoffe und Medikamente für eine Reihe tropischer Krankheiten - und ganz besonders für die Krankheiten, an denen gerade in Afrika Jahr für Jahr sehr viele Kinder sterben", betonte Braun auf dem dreitägigen, internationalen Gesundheitsgipfel in Berlin. Zu den armutsbedingten Krankheiten zählen bekannte wie Malaria, aber auch zahlreiche in Deutschland unbekannte Tropenkrankheiten. Weltweit leiden daran über eine Milliarde Menschen.
Die Fördermaßnahme mit einem Budget von 20 Millionen Euro und einer Laufzeit von vier Jahren soll Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) finanziell unterstützen. PDPs sind internationale Non-Profit-Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Präventionsmethoden, Diagnostika oder Medikamente gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten zu entwickeln. Sie bündeln das Wissen aus Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft. PDPs werden durch öffentliche und private wohltätige Geldgeber finanziert, im Gegenzug werden die Produkte den Betroffenen später zu einem sehr geringen Preis zur Verfügung gestellt. Erste von PDPs entwickelte Produkte sind bereits auf dem Markt, es gibt aber noch viele Krankheiten, die nicht wirksam bekämpft werden können.
Das BMBF will mit seiner ersten Förderung von PDPs die Erreichung zweier Milleniumsziele der Vereinten Nationen (Gesundheit von Kindern unter fünf Jahren und Müttergesundheit) unterstützen. Daher zielt die Fördermaßnahme insbesondere auf die Entwicklung von neuen Präventions-, Diagnose- oder Behandlungsmethoden für tropische vernachlässigte Krankheiten wie z.B. Leishmaniose oder Dengue-Fieber, und für Krankheiten, die eine hohe Kindersterblichkeit hervorrufen, wie z.B. bakterielle Meningitis, Malaria oder Durchfallerkrankungen.
Auf dem heutigen Partnersymposium des BMBF zum World Health Summit diskutieren Wissenschaftler, Vertreter von PDPs und Geldgeber über die Rolle von PDPs bei der Erforschung und Bekämpfung von vernachlässigten und armutsbedingte Krankheiten. Der World Health Summit findet zum zweiten Mal statt. Noch bis Mittwoch sprechen hochrangige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über die drängenden Gesundheitsprobleme der Welt und erarbeiten gemeinsam Strategien zu deren Bewältigung.
Weitere Informationen unter www.worldhealthsummit.org.
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