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30.10.2012 [Pressemitteilung 136/2012]

Zentrum für Islamische Theologie Münster/Osnabrück eingeweiht

Schavan: "Wir wollen dazu beitragen, dass die vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben, in unserer Gesellschaft beheimatet sein können."

Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat heute das Zentrum für Islamische Theologie der Universitäten Münster und Osnabrück eingeweiht. Es ist eines von vier Zentren, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert. Neben Münster/Osnabrück gehören dazu die Universitäten Tübingen und Frankfurt/Gießen sowie Erlangen-Nürnberg. "Glaube muss nicht nur geglaubt, sondern auch gedacht werden", betonte Schavan. "Das Zentrum für Islamische Theologie in Münster und Osnabrück bietet hervorragende Voraussetzungen für einen verstärkten theologischen Diskurs an den Hochschulen. Beide Standorte blicken auf langjährige Traditionen zurück: Münster vor allem im Bereich Religionswissenschaft und Theologie, Osnabrück auf dem Gebiet der Religionspädagogik."
Das BMBF finanziert in Münster und Osnabrück für zunächst fünf Jahre mit insgesamt rund sechs Millionen Euro Professuren, wissenschaftliche Mitarbeiterstellen und Nachwuchsgruppen, Konferenzen und internationale Kooperationen. An den Zentren sollen islamisch-theologische Nachwuchswissenschaftler und Lehrer für islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden, außerdem Religionsgelehrte unter anderem für Moscheen. - beispielsweise Imame. In den nächsten Jahren werden in Deutschland für rund 700.000 muslimische Schüler bis zu 2000 Lehrkräfte benötigt.
"Wir wollen dazu beitragen, dass die vier Millionen Muslime, die in Deutschland leben, in unserer Gesellschaft beheimatet sein können", betonte Schavan. "Dazu gehört auch, dass die Kinder Religionsunterricht erhalten und die Religionsgelehrten in den Gemeinden - also dort, wo Integration stattfindet - aus den eigenen Reihen kommen. Das gilt selbstverständlich auch für die jungen Nachwuchswissenschaftler."
An den Islamischen Zentren wird großen Wert auf interdisziplinäres Arbeiten gelegt.  Sie werden mit den bereits bestehenden Fächern und Profilen, ihren Professuren und Expertisen an ihrer Universität verbunden. Theologie wird beispielsweise mit einer religionssoziologischen, kulturwissenschaftlichen, pädagogischen und interkulturellen Ausrichtung verknüpft. "Theologische Inseln" sollten vermieden werden, betonte Schavan.
So spielte es bei Auswahl der Zentren eine wichtige Rolle, dass an den Universitäten bereits fachliche Dialogpartner für die islamische Theologie vorhanden sind: die christlichen Theologien, die Islamwissenschaft, die Arabistik, die Sprachwissenschaften und die Religionspädagogik. Zu den Stärken zählen in Münster vor allem das Exzellenzcluster Religion und Politik sowie das Centrum für Religion und Moderne. In Osnabrück wurde von den Gutachtern neben der religionspädagogischen vor allem auch die interkulturelle Expertise gewürdigt. Zu den Voraussetzungen für eine Förderung durch das BMBF gehörten darüber hinaus ein eigenständiges und dauerhaftes finanzielles Engagement der Universitäten und ihrer Sitzländer, ein etabliertes Fächerspektrum vor Ort, eine tragfähige Ausgestaltung des muslimischen Beirats und die Kooperation zwischen den Zentren.
Der Vorschlag für die Etablierung Islamischer Theologie an Hochschulen in Deutschland ging aus von den im Januar 2010 vom Wissenschaftsrat vorgelegten "Empfehlungen zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen". Mit der Förderung der Zentren für Islamische Theologie ist das BMBF der Aufforderung des Wissenschaftsrates gefolgt, auf die wachsende Pluralität der religiösen Bekenntnisse in Deutschland zu reagieren.
Weitere Informationen finden Sie auch unter http://www.bmbf.bund.de/de/15619.php

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    (URL: http://www.bmbf.de/_media/press/Pm_1030_136.pdf)

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