11.12.2012 [Pressemitteilung 154/2012]
Viertklässlerinnen und Viertklässler in Deutschland erreichen im internationalen Vergleich im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften erneut ein Kompetenzniveau, das im oberen Drittel liegt. In allen Bereichen liegen die Ergebnisse über dem OECD-Mittelwert und signifikant über dem EU-Mittelwert. Damit bestätigen sie das gute Leistungsniveau von 2001 bzw. 2007. Kinder mit Migrationshintergrund haben in allen drei Bereichen ihre Leistungen verbessert.
Dies sind die zentralen Ergebnisse von IGLU 2011, Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, und TIMSS 2011, mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen von Grundschulkindern im internationalen Vergleich, die die Kultusministerkonferenz und das Bundesministerium für Bildung und Forschung heute in Berlin vorgestellt haben. Die Studie wurde vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Technischen Universität Dortmund (IFS) vorgelegt.
KMK-Präsident Ties Rabe und Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen (BMBF) zu den Ergebnissen von IGLU 2011 und TIMSS 2011: "Erneut zeigt sich, dass die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen in Deutschland gute Arbeit leisten. Zu den erfreulichen Ergebnissen beigetragen haben auch die bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen in den vergangenen Jahren."
Im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften zeigen sich folgende übergreifende Ergebnisse:
KMK-Präsident Ties Rabe: "Die deutschen Grundschulen sind auf einem guten Weg. Wie schon 2001 belegen unsere Grundschülerinnen und Grundschüler im internationalen Vergleich in allen drei Bereichen Plätze im oberen Drittel. Damit konnte trotz schwieriger soziodemografischer Entwicklung der Schülerschaft das sehr gute Niveau von 2001 gesichert und in einigen Bereichen sogar leicht verbessert werden. Vielfältige Anstrengungen in der Schulpolitik wie der erhebliche Ausbau der Sprachförderung, die vielfältigen Anstrengungen für zusätzliche Förderangebote sowie die Steigerung der Ganztagsangebote haben zu dem guten Ergebnis beigetragen. Diese Anstrengungen müssen wir fortsetzen, insbesondere um Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern besser zu fördern."
Staatssekretärin Quennet-Thielen (BMBF): "Besonders freut mich, dass Kinder mit Migrationshintergrund in allen Bereichen deutlich besser abgeschnitten haben. Gleichwohl zeigt auch diese Studie: Wir müssen noch besser werden. Rund 20 Prozent an Schülerinnen und Schülern, die den Mindestanforderungen nicht gewachsen sind, sind zu viele. Mehr Bildungsgerechtigkeit braucht insbesondere frühe und individuelle Förderung. Das BMBF unterstützt deshalb im Rahmen der grundgesetzlichen Aufgabenteilung Sprach- und Leseförderung sowie frühe naturwissenschaftliche und kulturelle Bildung. So wird beispielsweise das gerade gemeinsam mit den Ländern beschlossene Programm ,Bildung durch Sprache und Schrift (BISS)' in Kindertagesstätten und Schulen im nächsten Jahr starten, ebenso geht das BMBF-Programm ,Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung' in die Umsetzung."
Anlage
IGLU und TIMSS sind Bestandteile der Gemeinschaftsaufgabe "Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich" von Bund und Ländern und werden je zur Hälfte vom BMBF und der Kultusministerkonferenz finanziert.
IGLU
Deutschland nimmt seit 2001 an IGLU, Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (englisch PIRLS, Progress in International Reading Literacy Study), mit dem Ziel teil, das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler, ihre Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten am Ende der Grundschulzeit zu erfassen. IGLU wird im Abstand von fünf Jahren durchgeführt. Die nächste Erhebung findet im Jahre 2016 statt.
Auf internationaler Ebene ist die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) Initiator und verantwortlich für die Organisation von IGLU. In Deutschland wurde IGLU von einem interdisziplinären Wissenschaftlerteam unter Leitung von Professor Dr. Wilfried Bos, Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund, durchgeführt. An IGLU 2011 haben weltweit 45 Staaten teilgenommen. Hinzu kommen 9 Regionen, die für Bildungsfragen weitestgehend selbst verantwortlich sind. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 4.000 Schülerinnen und Schüler aus 197 Schulen berücksichtigt.
Eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Studie ist im Internet auf der Homepage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund abrufbar: http://www.ifs-dortmund.de/iglu2011.html
TIMSS
Deutschland beteiligt sich seit 2007 an der internationalen Schulleistungsstudie TIMSS, "Trends in International Mathematics and Science Study", um die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der Grundschulzeit zu erfassen. TIMSS wird alle vier Jahre durchgeführt. Die nächste Erhebung findet im Jahre 2015 statt.
An TIMSS 2011 haben weltweit 50 Staaten sowie 7 Regionen teilgenommen. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 3.995 Schülerinnen und Schüler aus 197 Schulen in die Untersuchung einbezogen.
Auf internationaler Ebene ist die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) Initiator und verantwortlich für die Organisation von TIMSS. In der Bundesrepublik Deutschland wurde TIMSS von einem interdisziplinären Wissenschaftlerteam unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Wilfried Bos, Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund, durchgeführt.
Eine Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Studie ist im Internet auf der Homepage des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Technischen Universität Dortmund abrufbar: http://www.ifs-dortmund.de/timss2011.html
Da sich die Studien unter anderem in der Definition der Kompetenzkonstrukte, der Testkonstruktion und der Berichtsmetrik unterscheiden, ist ein direkter Vergleich der Ergebnisse aus IGLU 2011 und TIMSS 2011 mit denen des Ländervergleichs nicht möglich. Jedoch lassen sich die Ergebnisse für die Bereiche Leseverständnis und Mathematik plausibel zueinander in Beziehung setzen. Hierbei sind folgende Aspekte zu beachten:
Weiterführende Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.bmbf.de/de/6549.php
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