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Karliczek: Mit Forschung dem Rechtsextremismus und Rassismus auf den Grund gehen : Datum: Pressemitteilung: 136/2021

BMBF stellt elf Millionen Euro für neue Förderrichtlinie bereit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stärkt die Erforschung von Rechtsextremismus und Rassismus. Dazu werden ab dem kommenden Jahr Forschungsverbünde und Wissensnetzwerke gefördert. Hierzu erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek:

Für Rechtsextremismus und Rassismus ist kein Platz in unserer Gesellschaft. Die vergangenen Jahre haben sehr schmerzlich gezeigt: Wir müssen rassistische und rechtextremistische Tendenzen und Gruppierungen frühzeitig erkennen und vorbeugen, um Radikalisierung und auch gewalttätige Verbrechen zu verhindern. Dabei sind nicht nur die Sicherheitsbehörden gefragt. Das ist eine Aufgabe für die Gesellschaft insgesamt und auch für die Wissenschaft. Ich werde daher die Forschung zu Rechtsextremismus und Rassismus deutlich ausbauen.

Forschung und Wissenschaft können dazu beitragen, gesellschaftliche Debatten mit Wissen und Erkenntnissen anzureichern und damit Unsicherheiten mit Fakten entgegenwirken. Das macht unsere Gesellschaft und Demokratie krisenfest und widerstandsfähig gegen die Kräfte, die sie spalten wollen. Nur eine Gesellschaft, die zusammenhält, kann Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus zurückdrängen.“

Im Rahmen einer neuen Förderrichtlinie sollen Forschungsvorhaben gefördert werden, die historische wie aktuelle Ursachen und Dynamiken von Rechtsextremismus und Rassismus unter Einbezug von Praxispartnern untersuchen und Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft erarbeiten. Mit dem Aufbau von zwei Wissensnetzwerken sollen außerdem die Forschungsfelder Rassismus und Rechtsextremismus stärker im Wissenschaftssystem verankert werden. Dafür stellt das BMBF in den Jahren 2022 bis 2026 insgesamt 11 Millionen Euro bereit.


 

Hintergrund:

Ziel der neuen Förderrichtlinie ist es, sowohl die Forschung zu Rechtsextremismus und Rassismus zu stärken, als auch eine Vernetzung der Forschungslandschaft durch „Wissensnetzwerke“ zu erreichen. Die Erweiterung der Wissensbasis wird durch Grundlagenforschung und anwendungsbezogene Forschung erreicht. Vorhaben der Grundlagenforschung untersuchen insbesondere Ursachen und Folgen von Rechtsextremismus und Rassismus mit dem Ziel geeigneter Gegenmaßnahmen. Vorhaben der anwendungsbezogenen Forschung entwickeln konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen, z.B. für (Sicherheits-)Behörden, Politik und die (Zivil-)Gesellschaft.

Rechtsextremismus und Rassismus werden aufgrund der Komplexität von einer Vielzahl von akademischen Disziplinen erforscht. Beispielsweise forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch der Rechtswissenschaft, der Informatik, der Theologie, der Psychologie und anderen Fachrichtungen zu rechtsextremen und rassistischen Erscheinungsformen.

Das BMBF ermöglicht einen solchen breiten disziplinären Ansatz der Erforschung von Rechtsextremismus und Rassismus und nimmt sich damit einer der wichtigsten Empfehlungen an, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Anhörung im August 2020 an den Kabinettsausschuss der Bundesregierung zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus herangetragen haben.