1,2 Millionen Bundesbürger leiden an chronischer Herzinsuffizienz

Das Bundesforschungsministerium fördert Innovationen in der Medizintechnik – dazu gehört auch die Telemedizin. Sie kann die ambulante Versorgung bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz ergänzen und führt so zu mehr Lebensqualität.

Ein Arzt überwacht Herz, Sauerstoffrate und Puls eines Patienten am Monitor.
Ein Arzt überwacht Herz, Sauerstoffrate und Puls eines Patienten am Monitor. © Charité

Mit mehr als 440.000 stationären Behandlungen pro Jahr stellt die chronische Herzinsuffizienz den häufigsten Grund für Krankenhausaufenthalte dar. Werden Patienten in akuten Notsituationen nicht rechtzeitig behandelt, endet die Krankheit oft tödlich.

Hilfe verspricht jedoch die Telemedizin. Als Ergänzung zur bestehenden ambulanten Versorgung sollen durch sie Verschlechterungen im Krankheitsverlauf frühzeitig erkannt werden. Um zu belegen, dass die telemedizinische Mitbetreuung langfristig zu weniger Todesfällen und Klinikaufenthalten sowie zu mehr Lebensqualität führt, arbeiten Mediziner der Berliner Charité gemeinsam mit ihren bundesweit verteilten Kooperationspartnern an der Telemedizin-Studie „TIM-HF-II" (Telemedical Interventional Management in Heart Failure II). „Das Ziel ist, die Krankenhaus-Tage für die Patienten zu vermindern oder sogar einen vorzeitigen Tod zu vermeiden, und zwar egal, ob sie in der Hauptstadt wohnen oder in einem Ort auf dem Land", erläutert Professor Friedrich Köhler, Leiter des Zentrums für kardiovaskuläre Telemedizin.

Die Integration von digitalen Behandlungsmethoden in die Regelversorgung ist derzeit noch Pionierarbeit. Mit dem Fachprogramm Medizintechnik fördert das BMBF Innovationen in der Medizintechnik mit einem Volumen von 240 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren.