1,4 Mikrometer dünn ist die Folie, auf die elektrische Bauteile gedruckt werden

Ein interdisziplinäres Forscherteam druckt feine elektrische Schaltungen auf hauchdünne Folien. So entstehen thermoelektrischen Generatoren, die Wärme direkt in Strom umwandeln, sobald sie einem Temperaturunterschied ausgesetzt sind.

Ein Mann steht in einer Fabrikhalle und prüft eine bedruckte Folie.
1,4 Mikrometer dünn ist die Folie, auf die elektrische Bauteile gedruckt werden © BMBF

Ein menschliches Haar ist mit 45 Mikrometern 30 mal dicker. Auf diese hauchdünne Folie werden mit kleinsten Mengen funktionaler Tinte feine elektrische Schaltungen gedruckt. Danach wird sie vollautomatisch zu kleinen würfelförmigen thermoelektrischen Generatoren (TEGs) gefaltet, die etwa so groß sind wie ein Stück Würfelzucker. TEGs wandeln Wärme direkt in Strom um, sobald sie einem Temperaturunterschied ausgesetzt sind. Sie dienen so als autarke Energiequelle, beispielsweise für drahtlose Sensoren in der Gebäudesteuerung, wodurch Batteriewechsel überflüssig werden.

Entwickelt hat das Verfahren der Cluster Forum Organic Electronics, ein interdisziplinäres Forscherteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), der Universität Heidelberg und der otego GmbH, einem SpinOff des KIT, gefördert durch den Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums.

Cluster vereinen vielfältige Akteure wie Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Entwickler oder Innovationsagenturen in einer Region. Mit der technologieoffenen Förderung des BMBF gelingen so Innovationen wie die elektrisch leitende Folie, die direkt in die Anwendung gehen können.

Unter der Schirmherrschaft von BMBF und BMWi findet vom 20. bis 28. April 2017 die erste „Clusterwoche Deutschland" statt. Dort werden in bundesweit über 100 Veranstaltungen und auf der Hannover Messe Industrie die Erfolge der deutschen Cluster der Öffentlichkeit vorgestellt.