1,5 Millionen Euro für die Erforschung der Dunklen Energie

Die britische Astrophysikerin Catherine Heymans hat den Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis erhalten. Mit dem Preisgeld will sie das Geheimnis der Dunklen Energie lüften – und prüfen, ob Einsteins Gravitationstheorie erweitert werden muss.

Astrophysikerin Catherine Heymans ist die erste Preisträgerin des Max-Planck-Humboldt-Forschungspreises. © David Ausserhofer

Niemand hat sie bisher beobachtet, aber sie muss da sein: die Dunkle Energie. Gäbe es sie nicht, müsste sich das Weltall deutlich langsamer ausdehnen, sind sich Astronomen sicher. Denn nur mit der sichtbaren Materie – Sterne, Gas und Staub – lassen sich die Bewegungen der Galaxien nicht erklären. Die Astrophysikerin Catherine Heymans vom Institut für Astronomie der University of Edinburgh erforscht seit vielen Jahren die Dunkle Energie. Für ihre Forschung wurde sie jetzt als erste Preisträgerin mit dem neuen Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Der neukonzipierte Forschungspreis setzt auf die „aktive Suche“ herausragender und jüngerer Forschender aus dem Ausland und bringt dabei die Auswahl-Kompetenzen der Max-Planck-Gesellschaft und der Alexander von Humboldt-Stiftung in neuer Weise zusammen. Der gemeinsam vergebene Preis ist mit 1,5 Millionen Euro dotierte und wird aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums finanziert.

Heymans Forschung hilft, das Universum zu verstehen

Die Jury hob hervor, dass Catherine Heymans die Forschung zur Dunklen Energie enorm vorangebracht habe. Anhand der Beobachtung von weit entfernten Himmelsobjekten versucht sie herauszufinden, ob Einsteins Theorie der Gravitation erweitert werden muss, um bestimmte Phänomene zu erklären. „Wenn Spitzenwissenschaftlerinnen wie Catherine Heymans uns helfen, das Universum zu verstehen, dann schaffen sie damit auch eine Basis für Zukunftstechnologien. Deshalb freuen wir uns sehr, wenn wir herausragende Grundlagenforscherinnen wie Frau Heymans für unseren Wissenschaftsstandort gewinnen können. Noch mehr freuen wir uns, wenn uns dies – wie mit dem neukonzipierten Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis – mit einem innovativen Preisformat gelingt“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Michael Meister bei der Preisverleihung.

Preisgeld soll risikoreiche Forschung ermöglichen

Robert Wood entwickelt "weiche" Roboter, die sich flexibel bewegen können. © David Ausserhofer

Mit dem Preis möchte das Bundesforschungsministerium besonders innovative internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für zeitlich begrenzte Forschungsaufenthalte in Deutschland gewinnen. Das Preisgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro dient dazu, innovative und risikoreiche Forschung zu ermöglichen und neue Forschungsformate zu entwickeln. Mit ihrem Preisgeld möchte Heymans am Bonner Argelander-Institut für Astronomie (AIfA) eine Forschungsgruppe aufbauen. Die Auszeichnung wird ergänzt durch 80.000 Euro als persönliches Preisgeld.

Max-Planck-Humboldt-Medaille

Neben Heymans haben zwei weitere Wissenschaftler eine neue Auszeichnung erhalten – die mit jeweils 60.000 Euro dotierte Max-Planck-Humboldt-Medaille. Elektroingenieur Robert Wood, Professor an der Harvard University, erhält die Medaille für seine Beiträge auf dem Gebiet der weichen Robotik. Er entwickelt unter anderem künstliche Muskeln, damit Roboter sich weich und flexibel wie Menschen bewegen können – eine Voraussetzung, damit sie gefahrlos mit Menschen interagieren können.

Sam Payne erhält die Max-Planck-Humboldt-Medaille für seine Leistungen auf dem Gebiet der tropischen Geometrie. © David Ausserhofer

Die zweite Medaille geht an den Mathematiker Sam Payne, Professor an der University of Texas in Austin, für seine Leistungen auf dem Feld der tropischen Geometrie. Seine Erkenntnisse helfen, komplexe Optimierungsprobleme zu lösen. Payne hat während eines sechsmonatigen Gastaufenthalts auch bereits am Max-Planck-Institut für Mathematik geforscht.