1100 Briefpartner hatte Gottfried Wilhelm Leibniz

Kaum ein Gelehrter hat einen solchen Schatz an Wissen hinterlassen wie der Universalgelehrte Leibniz: 200.000 Blatt an Schriften und Briefen, die immer noch von Wissenschaftlern erfasst werden. Vor genau dreihundert Jahren ist er gestorben.

1100 Briefpartner hatte Gottfried Wilhelm Leibniz
1100 Briefpartner hatte Gottfried Wilhelm Leibniz © BMBF

Wie viele Schülerinnen und Schüler haben sich wohl schon gefragt, wem Sie die Differential- und Integralrechnung zu verdanken haben? Gottfried Wilhelm Leibniz, der große deutsche Philosoph und Universalgelehrte der Aufklärung, hat sie entwickelt – wie auch eine mechanische Rechenmaschine, die erstmals alle vier Rechenoperationen ausführen konnte. Und 300 Jahre vor Email, Facebook und Instagram kommunizierte er mit fast 1.100 Briefpartnern und schrieb an die 15.000 Briefe. Leibniz war ein Universalgenie und Kommunikationsjunkie, würde man heute sagen.

Kaum ein Gelehrter hat einen solchen Schatz an Wissen hinterlassen: 200.000 Blatt an Schriften und Briefen, die immer noch von Wissenschaftlern erfasst werden. Aus politischen Gründen ist sein Nachlass vollständig erhalten: Unmittelbar nach seinem Tod am 14. November 1716 wurde er auf Weisung des englischen Königs und hannoverschen Kurfürsten Georg I. versiegelt, da der Verrat von Staatsgeheimnissen befürchtet wurde. Vier Jahrzehnte lang war Leibniz Bibliothekar am kurfürstlichen Hof in Hannover gewesen. Dort befinden sich seine Schriften bis heute - in einem feuersicheren Raum der Gottfried Wilhelm Leibniz-Bibliothek.

An vier Arbeitsstellen in Hannover, Münster, Potsdam und Berlin wird im Akademien-Projekt an einer Gesamtausgabe der Leibniz-Schriften, der „Leibniz- Edition“, gearbeitet. Das Vorhaben wird je zur Hälfte vom BMBF und den Bundesländern gefördert.