12 Millionen Euro für deutsch-schwedische Forschung an Großgeräten

Das Bundesforschungsministerium fördert die deutsch-schwedische Zusammenarbeit an Großgeräten in der Materialforschung und Strukturbiologie. Die Projekte sollen wichtige Grundlagen für neue Medikamente, Materialien und Werkstoffe liefern.

Auf der Molekülebene fängt Grundlagenforschung an. Das Bundesforschungsministerium fördert die deutsche-schwedische Zusammenarbeit an Großgeräten als Basis für neue Medikamente, Materialien und Werkstoffe. © ©123dartist - stock.adobe.com

Grundlagenforschung ist die Basis für viele Hilfsmittel im Alltag. Ohne sie gäbe es keinen Computer, kein Telefon oder Internet. Auch für neue Medikamente, Materialien und Werkstoffe ist sie unerlässlich. Daher bauen Deutschland und Schweden ihre gemeinsame Förderung der Grundlagenforschung aus. Die Gesamtsumme beläuft sich auf rund 12 Millionen Euro. Die internationalen Forschungsprojekte sind Teil der aktuellen Förderkampagne des Bundesforschungsministeriums mit dem Schwerpunkt „Materialforschung und Strukturbiologie mit Neutronen und Synchrotronstrahlung“.

Die Kampagne beginnt am 1. Juli 2018 und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Sie ist eingebettet in die deutsch-schwedische Kooperation Röntgen-Ångström Cluster (RÅC). Die beiden Länder kooperieren seit 2009 auf Basis eines bilateralen Abkommens. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Länder in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung an Großgeräten weiter zu vernetzen und Fragestellungen anzugehen, die sich besser in gemeinsamen Forschungsprojekten beantworten lassen. Parallel soll die Zusammenarbeit Synergien schaffen, um vorhandene Forschungsinfrastrukturen optimal zu nutzen und künftige Großprojekte gemeinsam umzusetzen.

12 deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt

Insgesamt fördern Deutschland und Schweden in der aktuellen Kampagne neun gemeinsame Projekte, an denen zwölf deutsche Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Unter anderem entwickeln die länderübergreifenden Forscherteams neue Methoden der Proteinkristallographie, Geräte und Untersuchungsmethoden für dünne Materialschichten und Instrumente für zeitaufgelöste Materialanalysen. Die Forschungsergebnisse dienen als wichtige Grundlage, um künftig zum Beispiel neue Medikamente, biokompatible Oberflächen wie künstliche Haut oder Hochleistungsschneidewerkzeuge herzustellen.

Das Förderprogramm ist Teil der Gesamtstrategie des Bundesforschungsministeriums zur Erforschung von Materie und Universum (ErUM). Das Rahmenprogramm ErUM definiert den strategischen Rahmen für die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung an Forschungsinfrastrukturen in den drei Themengebieten Teilchen, Materie und Universum.