157 Meter pro Jahr wandert die deutsche Forschungsstation in der Antarktis

Die Forschungsstation Neumayer III  steht auf dem driftenden Ekström-Schelfeis, einem schwimmenden Teil des antarktischen Eisschildes. In der internationalen Arktisforschung genießt sie einen hervorragenden Ruf.

Die deutsche Antarktis-Forschungsstation Neumayer-Station III
Die deutsche Antarktis-Forschungsstation Neumayer-Station III © Alfred-Wegener-Institut

Eisige Kälte, immense Schneemassen, pfeifende Winde – die Antarktis ist ein Ort der Extreme. Wer hier forschen will, braucht eine gute Basis – wie die Neumayer-Station III. In ihrer Bauweise wurde sie perfekt an die widrigen antarktischen Gegebenheiten angepasst: Ihre Höhe lässt sich mit Hilfe von hydraulischen Stützen an die des Schnees anpassen. Die aerodynamische Form, die in Windkanaluntersuchungen ermittelt wurde, bietet Stürmen wenig Angriffsfläche.

Es ist nicht zuletzt dieser modernen Infrastruktur zu verdanken, dass die Neumayer III so einen guten Ruf genießt. In der internationalen Antarktisforschung ist sie eine feste Größe – und doch bewegt sie sich, etwa 157 Meter pro Jahr. Denn sie steht auf dem driftenden Ekström-Schelfeis, einem schwimmenden Teil des antarktischen Eisschildes.

Die Neumayer-Station III und die Atmosphärenforschung, die von dieser Basis aus stattfindet, ist Teil der neuen Ausstellung zur deutschen Polarforschung im Foyer des BMBF Berlin, die gestern eröffnet wurde. Bis April 2017 werden beispielsweise auch der Forschungssatellit "SMOS" und ein Eisdrillbohrer vorgestellt, das Forschungsflugzeug „Polar 5“, seit 79 Jahren im Dienst und trotzdem mit einzigartiger High-Tech ausgestattet, und ein Mammutschädel aus dem Permafrost. Die Ausstellung ist Teil des Wissenschaftsjahres Meere und Ozeane, das noch bis Mitte 2017 läuft.