20.000 Menschen erkranken jährlich an schwarzem Hautkrebs

Wo müssen Wirkstoffe Hautkrebs angreifen, um dessen Wachstum zu stoppen? Das erforschen Dresdener Wissenschaftler mit einem Computermodell, das die molekularen Prozesse in Tumoren simulieren kann. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt.

Zahl der Woche – Hautkrebs
© Thinkstock/AlexRaths

Wenn ein Muttermal dunkler wird, seine Form verändert oder wächst, können das erste Warnsignale sein. Schwarzer Hautkrebs bildet sich jedoch auch an versteckten Stellen des Körpers, etwa im Auge, unter den Nägeln oder auf der Kopfhaut, wo man ihn leicht übersehen kann. Das maligne Melanom - so der Fachbegriff - zählt zu den gefährlichsten Krebsarten, da es schon früh Metastasen im gesamten Körper bilden kann. Je eher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Bislang werden für diese Therapien durch eine Genanalyse spezielle Eigenschaften des Tumors identifiziert, die maßgeblich für sein Wachstum verantwortlich sind. Das interdisziplinäre Forschungsteam um die Biologin Dagmar Kulms vom Universitätsklinikum Dresden wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Systemmedizin-Maßnahme "e:Med" unterstützt. Ziel von Kulms und ihrem Team ist, das Netzwerk des Tumors an möglichst vielen Stellen anzugreifen und es im Idealfall komplett zu blockieren - umso das Wachstum des Tumors zu stoppen. Dafür wurde ein spezielles Computermodell entwickelt, das die molekularen Prozesse in Tumoren simulieren kann und zeigt, wie diese auf unterschiedliche Wirkstoffe reagieren. "Unsere Software soll zukünftig auf Basis der verfügbaren Wirkstoffe den bestmöglichen Mix für jeden einzelnen Erkrankten vorhersagen und damit das Therapie-Ergebnis maßgeblich verbessern", sagt Kulms.