20 Jahre AFBG: Von der Auszubildenden zur Vorstandsvorsitzenden

Um die Zukunft der beruflichen Bildung ging es beim 20-jährigen Jubiläum des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes. Diskutiert haben prominente berufliche Aufsteiger, wie zum Beispiel der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller.

Von der Auszubildenden zur Konzernlenkerin – solche und andere Geschichten schreiben Berufsbildungskarrieren. Sie zeigen: Aufstiegsfortbildungen eröffnen beste Perspektiven und sind eine gute Alternative zum Studium.

Wie man die berufliche Bildung für junge Menschen noch attraktiver machen kann, darüber haben prominente berufliche Aufsteigerinnen und Aufsteiger bei der Veranstaltung „Aufstieg in der beruflichen Bildung – 20 Jahre AFBG“ im Bundesbildungsministerium in Berlin diskutiert.

Diskussionsteilnehmer Stefan Müller, Parlamentarischer Staatsekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, ist selbst beruflicher Aufsteiger. Begonnen hatte er seine Karriere mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Dresdner Bank in Erlangen. Darauf folgte ein berufsbegleitendes Studium an der Bankakademie, das er mit dem Bankfachwirt abschloss.

Erfolgreich ohne Studium

Um beruflich erfolgreich zu sein, ist aber nicht immer ein Studium nötig – das zeigen die Lebensläufe der anderen Diskussionspartner. Über „Karriere ohne Studium“ schreibt der Journalist Mario Müller-Dofel in seinem gleichnamigen Buch. Er hat als Metallfacharbeiter und Industriekaufmann begonnen – und wurde dann Wirtschaftsredakteur. Später bildete er sich zum Kommunikationstrainer und auch zum Coach weiter. Ähnlich die Vorstandsvorsitzende von TUI Cruises Wybcke Meier: Sie ist ausgebildete Reiseverkehrskauffrau und in verschiedenen Unternehmen beruflich aufgestiegen bis in die Vorstandsetage.

Unterstützung von Bund und Ländern

Wer sich im Laufe seines Berufslebens dazu entscheidet, eine Fortbildung, wie zum Beispiel einen Meister, zu machen, kann auf die Unterstützung von Bund und Ländern bauen. 1,9 Millionen Menschen haben in den vergangenen 20 Jahren ihren beruflichen Aufstieg mit dem AFBG, dem sogenannten Aufstiegs-BAföG, geschafft – so wie Maurermeister Ramzi Lazali und Orthopädietechnikermeister Markus Rehm.

Zum 1. August 2016 wurde das AFBG reformiert: Mit höheren Fördersätzen, höheren Zuschussanteilen und höheren Freibeträgen bietet das neue AFBG gleichwertige Förderbedingungen, wie sie auch Studierende in Form des BAföG erhalten. Zugleich wurde die Förderung für Studienabbrecher und Hochschulabsolventen geöffnet, deren höchster akademischer Grad der Bachelorabschluss ist.