27.000 Blitze pro Sekunde feuert der Röntgenlaser X-FEL ab

Mit dem X-FEL können Biologen detaillierte Bilder von Zellbestandteilen oder Viren aufnehmen, was für Diagnose und Medikamentenentwicklung wichtig ist. Chemiker können Reaktionen filmen und dabei erkennen, wie einzelne Atome miteinander reagieren.

27.000 Blitze pro Sekunde feuert der Röntgenlaser X-FEL ab
27.000 Blitze pro Sekunde feuert der Röntgenlaser X-FEL ab © BMBF

Dank eines supraleitenden Beschleunigers wird die europäische Großforschungsanlage XFEL in Hamburg ab kommendem Jahr 27.000 Röntgenlaserblitzen pro Sekunde aussenden und eine Leuchtstärke erreichen, die milliardenfach höher ist als die besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art.

Dies ist für manche Experimente ein entscheidender Vorteil: Biologen können so detaillierte Bilder von Zellbestandteilen oder Viren aufnehmen, was für Diagnose und Medikamentenentwicklung wichtig ist. Chemiker können Reaktionen filmen und dabei wie in Zeitlupe erkennen, wie einzelne Atome miteinander reagieren. Physiker und Materialwissenschaftler können den genauen Aufbau von Nanomaterialien studieren – wichtige Werkstoffe für die Zukunft, etwa für effektivere Solarmodule.

Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien und Ungarn beteiligen sich derzeit am XFEL. Der Bau wird aus Mitteln des Bundes sowie der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein finanziert. Hiervon stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) rund 760 Millionen Euro bereit. Darüber hinaus fördert das BMBF Projekte der Verbundforschung, in denen deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen neuartige Instrumente und Technologien für den European XFEL entwickeln.