29.000 Bade-Enten im Dienst der Wissenschaft

Bei einem Sturm im Nordpazifik verlor ein Frachtschiff tausende Plastikenten. Um ihre Reise und viele andere Fragen der Meeresforschung  geht auch beim „Tag der offenen Tür“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung am 27. und 28. August.

Bade-Enten im Dienst der Wissenschaft
Bade-Enten im Dienst der Wissenschaft © BMBF

Vom Pazifik bis ins arktische Eis: 29.000 Bade-Enten treiben seit rund 25 Jahren quer über die Weltmeere. Am 10. Januar 1992 verlor ein Frachtschiff auf seiner Fahrt von Hongkong nach Amerika bei einem Sturm im Nordostpazifik drei Container mit dem Plastikspielzeug. Die meisten Entchen wurden an den Küsten Indonesiens, Australiens und Südamerikas gefunden. Rund ein Drittel aber gelangte durch die Beringstraße in die Arktis, wurde im Packeis eingeschlossen, bis die Eismassen sie im Nordatlantik wieder freigaben. Dort sichteten sie im Jahr 2007 Spaziergänger an den Stränden im Süden Englands – rund 27.000 Kilometer vom Ort des Schiffsunfalls entfernt.
Das hat die Meeresforscher vor eine neue Frage gestellt: Warum waren die Enten über den Nordpol in den Atlantik gekommen? Dank der Route der Bade-Enten ist die Ozeanographie zu neuen Erkenntnissen gelangt: man weiß heute etwa, dass es im Pazifik großräumige Strömungswirbel gibt, die sich mit einer Geschwindigkeit von etwa elf Zentimetern pro Sekunde bewegen.
Um die unglaubliche Reise der Bade-Entchen und viele andere spannende Fragen der Meeres-, Polar- und Ozeanforschung wird es auch beim „Tag der offenen Tür“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung am 27. und 28. August 2016 am Kapelle-Ufer 1 in Berlin gehen.