400.000 Behandlungen zur Entfernung von Nierensteinen werden jährlich in Deutschland vorgenommen

Um Nierensteine besser entfernen zu können, haben Wissenschaftler in Bremen und Freiburg einen speziellen Klebstoff entwickelt - gefördert vom Bundesforschungsministerium. Die größte Schwierigkeit war: Der Klebstoff musste auch unter Wasser kleben.

Nierensteine eines männlichen Patienten
Nierensteine eines männlichen Patienten © IFAM

Die gängigste Methode, um Nierensteine zu entfernen, sind endoskopische Eingriffe. Die Steine werden mit einem Laser zertrümmert und die Teile mit einem Greifer herausgeholt. Dabei bleiben oftmals kleinste Steinreste im Körper zurück, die die Bildung von neuen Nierensteinen begünstigen.

Um auch diese Fragmente, die kleiner als 2 mm sind, zu entfernen, haben Forscherinnen und Forscher am Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung in Bremen einen speziellen Klebstoff entwickelt, der aus zwei Komponenten besteht. Die erste Komponente umschließt die Steinreste und die zweite härtet das System zu einer gummiartigen Masse aus, die elastisch genug ist, um aus der Niere entfernt zu werden. Der Klebstoff wurde in enger Zusammenarbeit mit der Urologie der Universitätsklinik Freiburg entwickelt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die größte Schwierigkeit war, einen Klebstoff zu entwickeln, der unter Wasser klebt. Zudem dürfen die Klebstoffe natürlich nicht giftig sein, nicht die Operationsinstrumente verkleben oder an der Nierenschleimhaut haften bleiben.

Die ersten Tests mit dem neuen Klebstoff sind erfolgreich verlaufen, an einer weltweiten Zulassung wird gearbeitet. Die Forscher und Forscherinnen hoffen, dass Patienten in zwei bis drei Jahren von der neuen Methode profitieren.