6. Forum zur deutsch-französischen Forschungskooperation

Schlussworte des Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Georg Schütte, in Berlin

Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, beendet mit seinen Schlussworten das 6. Forum zur deutsch-französischen Forschungskooperation © BMBF / Hans-Joachim Rickel

Es gilt das gesprochene Wort.

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Die Bundesregierung steht ein für ein starkes und solidarisches Europa; für Wohlstand, Freiheit und Sicherheit für alle Europäer. Dass wir diese Ziele mit Frankreich teilen, hat Herr Staatspräsident Macron in seiner Rede an der Sorbonne deutlich gemacht.

Dazu brauchen wir starke Visionen und langfristige Agenden – gerade in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation.

Unser Forum zeigt eindrücklich wie Deutschland und Frankreich dies schaffen können. Die beim Ministerrat am im letzten Juli beschlossenen Schwerpunkte haben wir bis zum heutigen Forum konkret und systematisch ausgearbeitet.

Unsere bilaterale Abstimmung bietet aber auch die Grundlage für ein schlagkräftiges und rasches Voranschreiten in Brüssel.

Beim heutigen bilateralen Regierungsaustausch in Meseberg entwickeln wir diese europäische Dimension unserer Kooperation weiter und werden diese gemeinsam in den Europäischen Rat einbringen.

Wichtig ist mir, dass wir hier beim Forum einen Dialog mit allen Beteiligen führen können: in den Expertengruppen und als Beteiligte an den Diskussionen gemeinsam mit den Regierungen haben Sie gezeigt, wie wir gemeinsam solche Visionen entwickeln können. Vielen Dank!

In der nächsten Zeit muss der Schwerpunkt auf der Umsetzung liegen. Die Vorschläge der Expertengruppen werden die Ministerien beider Länder zeitnah in ambitionierten und finanziell gut ausgestatteten neuen Förderbekanntmachungen aufgreifen:

  • in der Energieforschung,
  • beim Kampf gegen Antibiotikaresistenzen,
  • in der zivilen und IT-Sicherheitsforschung,
  • in den Geistes- und Sozialwissenschaften

haben wir uns dazu bereits verständigt.

Bei anderen Themen wollen wir gemeinsame Positionen von den heutigen runden Tischen nach Brüssel tragen.

Wir setzen uns ein für ein starkes 9. Forschungsrahmenprogramm und  für wettbewerbliche Ausschreibungen, einen Schwerpunkt bei transnationalen Kooperationsprojekten und Verbundforschung sowie gezielte Förderung von Zukunftstechnologien.

Ziel muss die Sicherung der europäischen Technologiesouveränität in Schlüsselbereichen wie der Mikroelektronik oder der künstlichen Intelligenz sein. Zudem müssen wir Sprunginnovationen gezielt stärken, national, bilateral und in Europa.

Das zeigt: Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist bereits so eng wie mit keinem weiteren Partner. Dennoch muss es unser Ziel sein, noch schneller und zielgerichteter auf neue Entwicklungen und Themen reagieren zu können und gerade in der Innovation „Vorfahrtswege“  für schnelle Kooperation zu errichten.

Deswegen wollen wir die gegenseitige Anschlussfähigkeit unserer Forschungssysteme bei der Weiterentwicklung des Élysée-Vertrags, der derzeit zwischen unseren Ländern verhandelt, ins Zentrum stellen. Und wir müssen künftig  z.B. noch stärker Lead-Agency Verfahren und Rahmenvereinbarungen nutzen.

Neben dieser langfristigen Vision werden wir die heute beschlossenen Maßnahmen rasch umsetzen.

Damit schaffen wir auch die Grundlage für die Diskussion mit  Ihnen allen über neue Themen bis zum nächsten Forum in Frankreich.

Vielen Dank.