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Wissenschaft

Zahlen und Fakten zur Europäischen Studienreform in Deutschland

Die Europäische Studienreform hat in ganz Europa zu weitreichenden Veränderungen der nationalen Hochschulsysteme geführt. Die deutschen Hochschulen haben eine gewaltige Leistung erbracht. Hier die wichtigsten Zahlen und Fakten:

Umstellung der Studiengänge: Zum Wintersemester 2014/2015 waren 88,2 Prozent aller Studiengänge an deutschen Hochschulen auf die gestufte Studienstruktur umgestellt. Insbesondere an den Fachhochschulen ist die Umstellung schon so gut wie abgeschlossen. (Quelle: HRK Hochschulkompass)

Zahl der Studierenden und Anteil an Bachelor- und Master: Im Wintersemester 1998/1999 waren insgesamt 1.801.233 Studierende eingeschrieben. Im Wintersemester 2013/2014 gab es an deutschen Hochschulen rund 2,6 Millionen Studierende. Insgesamt sind mehr als drei Viertel der Studierenden in einem Bachelor oder Masterstudiengang eingeschrieben. (Quelle: Statistisches Bundesamt bzw. HRK-Hochschulkompass)

Entwicklung der Gesamtstudiendauer: Die Studiendauer hat sich mit Einführung der gestuften Studiengänge verringert. Die Gesamtstudienzeit betrug 1998 bei Diplomabschlüssen durchschnittlich 13,4 Semester. 2012 benötigten Studierende für einen Masterabschluss im Mittel lediglich 10,8 Semester, wobei die im Bachelorstudium verbrachten Semester berücksichtigt wurden. Mit 7 Semestern war beim Bachelor die mittlere Gesamtstudiendauer im Erststudium am niedrigsten. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Studienabbruchquote: Die Studienabbruchquote deutscher Bachelorstudierender lag 2012 bei 28 Prozent, bei Masterstudiengängen (erstmals für 2012 berechnet) bei 11 Prozent an Universitäten und 7 Prozent bei den Fachhochschulen. Vergleiche zu 1998 sind aufgrund der stark veränderten Studienstruktur nur (insbesondere für Staatsexamensstudiengänge) eingeschränkt möglich. (Quelle: Heublein, Die Entwicklung der Studienabbruchquoten an den deutschen Hochschulen. DZHW 2014)

Übergang von Bachelor-Absolventen in das Masterstudium: Derzeit schließen viele Bachelor-Absolventen eine weitere Qualifikation – in der Regel ein Masterstudium – an. Nach der letzten Absolventen-Erhebung des DZHW sind dies 53 Prozent an den Fachhochschulen und 77 Prozent an den Universitäten. (Quelle: Quelle: Rehn et al., Mit dem Bachelor in den Beruf. HIS 2011)

Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote von Bachelor-Absolventen liegt bei FH-Absolventen bei 3 Prozent, bei Uni-Absolventen bei 2 Prozent. (Quelle: Rehn et al., Mit dem Bachelor in den Beruf. HIS 2011).

Deutsche Studierende im Ausland: Immer mehr Deutsche studieren im Ausland mit dem Ziel, dort einen Hochschulabschluss zu erwerben: Während 1998 noch 46.300 deutsche Studierende im Ausland immatrikuliert waren, waren es 2012 mit 138.500 Studierenden bereits dreimal so viele. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 1,8 Prozent. Von allen deutschen Absolventen im Ausland im Jahr 2012 haben 49,5 Prozent einen Bachelor- und 35,5 Prozent einen Masterabschluss abgelegt. 7,7 Prozent erwarben eine Promotion und 6,8 Prozent einen anderen Abschluss (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Ausländische Studierende in Deutschland: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der ausländischen Studierenden im Wintersemester 2013/14 verglichen mit dem Vorjahr um 6,8 Prozent auf 301.350 und damit etwas stärker als die Zahl der deutschen Studierenden (plus rund 5 Prozent). Ausländische Studierende stellten damit 11,5 Prozent aller Studierenden an deutschen Hochschulen. Die Bildungsausländer waren dabei deutlich in der Mehrheit (ca. 218.800 Studierende); auch bei Ihnen fällt der Anstieg mit 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich aus. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Anerkennung von Studienleistungen aus dem Ausland: Entsprechend einer DAAD-Befragung wurden 2007 von 41 Prozent der befragten Studierenden alle Studienleistungen aus dem Ausland anerkannt, 2013 lag die Zahl schon bei 69 Prozent. Keine Leistungen anerkannt wurden 2007 bei 23 Prozent, 2013 nur noch bei 10 Prozent. (Quelle: DAAD, Anerkennung (k)ein Problem 2007, 2013)

Ausländische Wissenschaftler/-innen an deutschen Hochschulen: Die Zahl der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter mit ausländischer Staatsbürgerschaft und einem Beschäftigungsverhältnis an deutschen Hochschulen ist 2013 auf rund 38.000 gestiegen: Dies ist im Vergleich zu 2012 ein Anstieg um 7,6 Prozent. Insgesamt stellten sie 10,3 Prozent aller Hochschulmitarbeiter im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich. Die meisten dieser ausländischen Hochschulmitarbeiter kommen aus Italien (6,8 Prozent), China (6,6 Prozent) und Österreich (5,6 Prozent). (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Zusatzinformationen

Der Bologna-Prozess - die Europäische Studienreform

Four young men and women standing by column, smiling, portrait
 

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