750 Millionen für beschleunigten Ganztagsausbau

Die Bundesregierung stellt zusätzliche Mittel für den beschleunigten Ganztagsausbau für Grundschulkinder bereit. „Mit dem Kraftpaket haben wir unser Unterstützungsangebot für die Länder noch einmal substantiell erhöht“, so Ministerin Karliczek.

Die vergangenen Wochen und Monate waren für die Familien eine große Herausforderung. Schulen und Kindergärten waren geschlossen, Unterricht musste zu Hause stattfinden – selten wurde der Wert einer funktionierenden Infrastruktur im Bereich Bildung so deutlich wie jetzt.

Dazu gehören auch ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschülerinnen und Grundschüler. Denn sie ermöglichen eine individuelle Förderung und tragen damit zu mehr Teilhabechancen für Kinder in Deutschland bei. Zur Vorbereitung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter im Jahr 2025 muss der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur vor Ort zügig vorangetrieben werden.

„Das Bewältigen der Pandemie und ihrer Folgen ist das Eine. Das Andere ist, bereits jetzt die Weichen zu stellen, dass das Innovationsland Deutschland auch morgen und übermorgen zur Spitze in der Welt zählt“, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Die Regierungskoalition hat deshalb bereits am 3. Juni 2020 beschlossen, zusätzlich zu den im Koalitionsvertrag für den Ganztagsausbau bereits vorgesehenen zwei Milliarden Euro weitere 1,5 Milliarden Euro an Investitionsmitteln bereitzustellen. Davon stellt die Bundesregierung den Ländern in einem ersten Schritt 750 Millionen Euro in einem Investitionsprogramm für den beschleunigten Ganztagsausbau bereit. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die entsprechenden Mittel in seiner Sitzung am 1. Juli 2020 freigegeben.

„Mit dem Kraftpaket haben wir unser Unterstützungsangebot für die Länder noch einmal substantiell erhöht“, sagte Karliczek bei der gemeinsamen Vorstellung des Vorhabens mit Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in Berlin. Deutschland soll nach der Krise besser aufgestelltein. Das ist der Anspruch, den wir in diesen Tagen ganz besonders an unsere Arbeit haben“, so die Ministerin.

Das Programm soll unter anderem:

  • die Schaffung von zusätzlichen Ganztagsplätzen beschleunigen. Denn schon heute ist die Nachfrage vielfach höher als das Angebot.
  • bestehende Ganztagsangebote aufwerten

    „Wichtig ist mir, dass es nicht nur um eine größere Zahl an Plätzen geht, sondern auch um ein qualitativ attraktives Angebot und individuelle Förderung im Ganztag“, so Karliczek.

Etwa die Hälfte aller Grundschulkinder nutzt bereits ein Ganztagsangebot. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey geht von einem deutlich höheren Bedarf aus Diese Lücke müsse nun geschlossen werden. „Sowohl Mütter als auch Väter müssen Beruf und Familie vereinbaren können. Gerade in der Krise ist deutlich geworden, wie wichtig Betreuungsangebote auch am Nachmittag sind. Nicht nur für die Vereinbarkeit, sondern auch für die Chancengerechtigkeit“, so Giffey.

Die Details zum Programm werden in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Ländern festgelegt.