90 Prozent der Deutschen tragen die Herpes simplex Viren vom Typ-1 in sich

Das Bundesforschungsministerium unterstützt Würzburger Wissenschaftler bei der Entwicklung eines Wirkstoffes gegen Herpesviren. Um Patienten von dem Virus zu heilen, wollen sie einen akuten Ausbruch in allen infizierten Zellen in Gang setzen.

Ein Mund mit Herpesbläschen
90 Prozent der Deutschen tragen die Herpes simplex Viren vom Typ-1 in sich © thinkstock

Wer sich einmal mit Herpesviren infiziert hat, wird sie für den Rest seines Lebens nicht mehr los. Meist befinden sie sich im Ruhezustand. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa bei Infektionskrankheiten, Fieber, Stress oder starker Sonneneinstrahlung, werden die Herpesviren mit den typischen Herpes-Bläschen wieder aktiv. Normalerweise ist die Krankheit unangenehm, aber nicht gefährlich.

„In den ersten Stunden nach der Infektion entscheidet sich in jeder einzelnen befallenen Zelle, ob sich das Virus darin aktiv vermehrt oder in den Ruhezustand übergeht", sagt Lars Dölken vom Lehrstuhl für Virologie an der Universität Würzburg, wo intensiv zum Herpes-Virus geforscht wird. Langfristiger Plan der Wissenschaftler ist es, einen Wirkstoff zu entwickeln, der einen akuten Ausbruch in allen von Herpes infizierten Zellen in Gang setzt. „Das Immunsystem könnte dann die Herpesviren mit Unterstützung antiviraler Medikamente effektiv bekämpfen. Die Latenz würde verschwinden und wir hätten den Patienten vom Virus geheilt", erklärt Dölken.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Projekt im Rahmen der Fördermaßnahme „InfectERA – Koordination der Europäischen Förderung von Forschung an Infektionskrankheiten".