Griechenland: Partner in Bildung, Forschung und Innovation

Deutschland und Griechenland stärken ihre Kooperation in Forschung, Innovation und Berufsbildung. Der zuletzt 2019 aktualisierte Aktionsplan vom Dezember 2016 soll Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung noch intensiver anregen.

Das Deutsch-Griechische Forschungs- und Innovationsprogramm – erfolgreiche Zusammenarbeit seit 2013

Flagge Griechenland und Deutschland
© Thinkstock / Ruskpp

Mit dem zweiten Deutsch-Griechischen Forschungs- und Innovationsprogramm werden seit 2018 Projekte aus Geistes- und Sozialwissenschaften, Materialforschung, Optische Technologien, Bioökonomie, Gesundheitsforschung und Energieforschung gefördert. Gemeinsam sollen Nachwuchskräfte frühzeitig in internationale Projekte eingebunden und dem Brain-Drain in Griechenland entgegen gewirkt werden. Drüber hinaus wird die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft durch die Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) gestärkt – ebenfalls eines der Kernziele des Programms. Die Kooperationen sollen über die bilaterale Förderung hinaus weitergeführt werden, etwa im EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation oder anderen europäischen Programmen.

Beide Länder intensivieren durch das Programm ihre Forschungs- und Innovationszusammenarbeit spürbar: Für die 24 Projekte mit dreijähriger Laufzeit stellen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das griechische Ministerium für Kultur, Erziehung und religiöse Angelegenheiten / Generalsekretariat für Forschung und Technologie (GSRT) zusammen bis zu 18 Millionen Euro zur Verfügung.

Um die Projektpartner zu unterstützen, ihre Forschungsergebnisse schneller und effizienter in die Praxis zu bringen, werden zusätzlich Maßnahmen zum Wissens- und Technologietransfer in Griechenland gefördert. Dazu fand im Juni 2019 im Demokritos-Wissenschaftszentrum in Athen ein erster Workshop von BMBF und GSRT statt. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter der am Forschungs- und Innovationsprogramm beteiligten Einrichtungen nahmen an dieser Veranstaltung teil. Der Workshop wurde vom Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW konzipiert und umgesetzt.

Das aktuelle Programm setzt auf den Erfahrungen und Erkenntnissen des erfolgreichen ersten Deutsch-Griechischen Forschungsprogramms (2013 bis 2015) auf. Bereits damit hatten beide Länder wegweisende Impulse gesetzt und 23 Forschungsprojekte mit zusammen mehr als zehn Millionen Euro Förderung auf den Weg gebracht.

Zum Abschluss des ersten Programms wurden bei den Griechisch-Deutschen Forschungs- und Innovationstagen in Athen im Dezember 2015 mit mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowohl eine Bilanz des ersten Programms gezogen als auch die Perspektiven des Nachfolgeprogramms besprochen.

Breit gefächerte Kooperation in der Berufsbildung

Bereits seit 2012 unterstützt Deutschland Griechenland tatkräftig dabei, Perspektiven für eine am Arbeitsmarkt ausgerichtete Berufsausbildung auszuloten. Mit der deutsch-griechischen Absichtserklärung zur Berufsbildungszusammenarbeit von 2016 wurde die Zusammenarbeit vorerst bis 2021 verstetigt.

Im BMBF-Projekt "VETnet" wurden seit 2013 die notwendigen Strukturen aufgebaut und Netzwerke aller beteiligten Akteure etabliert, damit 2017 pilothafte duale Ausbildungsgänge gestartet werden konnten. Bei der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer (AHK) wurden durch das Projekt etwa 60 junge Menschen zu Kraftfahrzeugmechatroniker*innen und Elektroniker*innen für Geräte und Systeme ausgebildet. VETnet lief im September 2018 aus. Das BMBF-Projekt "Mentoring Dual International" (MENDI), zielte darauf ab, beispielhafte Modelle für die griechische Berufsbildung im Tourismusgewerbe bereit zu stellen. 61 Auszubildende schlossen 2016 ihre Ausbildung ab, weitere 94 Auszubildende in 2017. Die Förderung von MENDI lief im August 2018 aus. Im Rahmen des BMBF-Projektes "UNIONS4VET", seit Juni 2015 durchgeführt vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), werden griechische Gewerkschafter beraten und weitergebildet, um an der Berufsbildung in Griechenland mitzuwirken. Darüber hinausfördert das BMBF das Projekt GRÆDUCATION, welches die Entwicklung und Erprobung von Bildungsdienstleistungen zur Verbesserung der Ausbildung umwelttechnischer Berufe in Griechenland vornimmt. Die bereits im VETnet-Projekt begonnene Kooperation mit Unternehmen aus der Logistikbranche wird derzeit in einem Projekt angesiedelt bei der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer in Athen fortgesetzt. Ziel des Projektes insgesamt ist es, Grundlagen für ein weiterführendes Modell der dualen Berufsausbildung in Griechenland zu schaffen und dabei insbesondere auch die Sozialpartner stärker integriert als bisher einzubeziehen.