Sommerreise 2016: Die Zukunft des Lebens im Alter

Die Zukunft des Lebens im Alter – das war das Thema der Sommerreise von Bundesministerin Johanna Wanka. Im Juli und August hat sie zehn Standorte besucht, darunter Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Wohnungsgenossenschaften und eine Stadtbahn.

Um die Lebensqualität im Alter zu erhalten und zu verbessern, brauchen wir Wissenschaft und Forschung. Sie erschließen neue Wege und tragen zum Beispiel mit digitalen Technologien maßgeblich dazu bei, dass ältere Menschen möglichst gut und zufrieden leben können. Das gilt für Gesundheit, gesellschaftliche Teilhabe, Wohnen, Mobilität und Ernährung.

Ihre Sommerreise 2016 hat Bundesministerin Wanka mit einem Bürgerdialog beendet. Im Ostseebad Graal-Müritz hat sie mit rund 100 Bürgerinnen und Bürgern über das Alter gesprochen und darüber, wie uns Forschung dabei helfen kann, unser Leben so lange wie möglich selbstbestimmt zu gestalten.

Auf ihrer Sommerreise hat Johanna Wanka Einrichtungen besucht, in denen neue Formen des Wohnens, intelligente Assistenzsysteme und digitale Anwendungen wie Apps und Plattformen erprobt werden. Das Bundesforschungsministerium fördert zudem die Erforschung der Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Demenz und neuer Möglichkeiten der Versorgung durch Telemedizin.

„Es ist eine großartige Entwicklung, dass wir alle immer älter werden dürfen. Drei Dinge sind nach meiner Meinung ausschlaggebend für ein zufriedenes Leben im Alter: Wir sollten möglichst gesund sein, wir sollten unser Leben selbst bestimmen können und wir müssen die Chance haben, am sozialen Leben teilzuhaben“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka zum Abschluss ihrer Reise.

© BMBF

Stuttgart: Wie Technik helfen kann

Das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg ist ein Pionier für neue Versorgungsformen. Die Einrichtung verfolgt innovative Ansätze in der Pflege und beteiligt sich an zahlreichen Forschungsprojekten. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft sind mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums innovative Technologien entstanden, die Pflegebedürftigen dabei helfen, so lange wie möglich selbstständig zu bleiben.

Saarbrücken: Auch im Alter mobil bleiben in der Region

Unübersichtliche Fahrpläne, komplizierte Fahrkartenautomaten und Hindernisse wie hohe Stufen machen es älteren Menschen oft schwer, Bus und Bahn zu nutzen. Mit einem Lotsendienst und einer App für das Smartphone setzt sich das Unternehmen Saarbahn gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Sozialdienstleistern im Projekt „MobiSaar“ dafür ein, dass Seniorinnen und Senioren auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht ans Ziel kommen. Bundesministerin Johanna Wanka hat bei einer Busfahrt gesehen, wie sehr der Lotsendienst ältere Menschen unterstützt.

Aachen: Forschung für ein gesundes Altern

Ein dreidimensionaler Blick in tausend Gehirne: In Aachen hat Johanna Wanka die Forschungsinitiative „Jülich Aachen Research Alliance – JARA“ besucht. Im Teilprojekt "JARA-BRAIN" versuchen Forscherinnen und Forscher herauszufinden, wie sich die Strukturen des Gehirns im Alter verändern. Hochmoderne bildgebende Verfahren machen atemberaubende Einblicke in die Schaltzentrale des Menschen möglich.

Köln: Über die Erforschung altersbedingter Volkskrankheiten

Graues Haar und Falten – das sind die sichtbaren Zeichen des Alterns. Aber auch im Innern unserer Zellen schlägt sich das Alter nieder. Welche Rolle molekulare Prozesse bei Krankheiten wie Parkinson, Demenz oder Krebs haben, hat sich Bundesministerin Johanna Wanka am Forschungsstandort Köln erklären lassen. Hier erforschen zwei Institute den menschlichen Alterungsprozess, das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns und das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, gemeinsam mit der Universität zu Köln. Diese Zusammenarbeit macht es möglich, Spitzenforschung zügig in die medizinische Anwendung zu führen.

Bochum: Über die Gesundheitsberufe der Zukunft

Wie werden die Gesundheitsberufe der Zukunft aussehen? An der Hochschule für Gesundheit in Bochum hat sich Bundesministerin Johanna Wanka über Innovationen in der Gesundheitsforschung und in der wohnortnahen Versorgung informiert. Die staatliche Hochschule gehört zu den innovativsten Standorten Deutschlands in der angewandten Gesundheitsforschung.

Potsdam: Wie Ernährung die Gesundheit erhält

Gesundes Essen ist im Alter besonders wichtig. Denn die richtige Ernährung kann Diabetes und Fettleibigkeit vorbeugen. Gefördert vom Bundesforschungsministerium entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung im „NutriAct − Kompetenzcluster Ernährungsforschung Berlin-Potsdam“ zusammen mit der regionalen Wissenschaft und Wirtschaft neuartige Lebensmittel, die besonders auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sind. Dazu gehört ein bereits entwickeltes Sprossenbrot und ein Müsli mit Erbsenprotein. Bundesministerin Wanka hat die Lebensmittel selbst probiert und sich erklären lassen, welche gesundheitsfördernden Eigenschaften sie besitzen.

Chemnitz: Gemeinsam Wohnen im Quartier

Chemnitz ist eine Stadt, die sich fit macht für die Zukunft. Im Wohnpark am Bernsdorfer Bad ist Bundesministerin Wanka mit Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch gekommen. Einer der immer ein offenes Ohr hat, ist Thomas Feuerhack, der soziale Hausmeister im Quartier.

Dresden 1: Innovationen in der Krebsforschung

Mit kleinsten Teilchen gegen den Krebs: Bei "OncoRay", dem Zentrum für medizinische Strahlenforschung in der Onkologie, erforschen Wissenschaftler eine innovative Behandlung von Tumoren mit einem Protonenstrahl. Bundesministerin Wanka hat den Teilchenbeschleuniger besichtigt.

Dresden 2: Telemedizin

An der Technischen Universität erproben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler derzeit eine digitale Plattform für ältere Menschen mit Mehrfacherkrankungen, die von der Wirtschaft auch mit weiteren Partnern eingerichtet wird. Eine Sprechstunde beim Hausarzt kann sich auf diese Weise entsprechend dem jeweiligen Bedarf unkompliziert über den heimischen Computer einrichten lassen.

Greifswald: Besser leben durch Technik

Vom intelligenten Herd bis zur optischen Klingel – Technik kann den Alltag für ältere Menschen sicherer und leichter machen. Eine Musterwohnung hat sich Bundesministerin Wanka in der kommunalen Beratungsstelle in Greifswald angeschaut. Die Beratungsstelle ist eine von 22 vom Bundesforschungsministerium geförderten Einrichtungen.

Graal-Müritz: Veranstaltung mit Bürgerinnen und Bürgern

Von intelligenten Assistenzsystemen, über neuartige Nahrungsmittel bis hin zur Protonenstrahlung gegen Krebs: Über die Eindrücke ihrer Reise hat Bundesministerin Wanka im „Haus des Gastes“ im Ostseebad Graal-Müritz mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert.

Die zehn Stationen haben gezeigt: Forschung und Technik sind wichtige Schlüssel für ein gutes Leben im Alter. Sie tragen auf vielfältige Weise zum Erhalt von Gesundheit, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe bei. „Die heute 70-Jährigen sind so fit und gesund wie früher die 50-Jährigen. Das haben Untersuchungen gezeigt. Auch der Bildungsstand der älteren Menschen ist heute höher. Das sind beste Voraussetzungen, um länger selbstständig leben zu können. Das Bundesforschungsministerium unterstützt die Zufriedenheit im Alter mit zahlreichen Projekten – von technischen Hilfen bis zur Individuellen Betreuung“, sagte Wanka.

Ältere Menschen bei einer Fortbildung

Lebenslang lernen und weiterbilden

Lebenslang lernen und weiterbilden

Man hört nie auf, Neues zu lernen. Lebenslanges Lernen liegt darum im Trend: Im Jahr 2014 haben 51 Prozent aller Deutschen im erwerbsfähigen Alter an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Das ist ein großer Erfolg - und wichtig für jeden Einzelnen und die Gesellschaft. Denn Weiterbildung bietet jedem die Chance, seine Persönlichkeit zu entwickeln, fachlich weiterzukommen und teilzuhaben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt alle Generationen  in Deutschland dabei auf vielfältige Art und Weise: Vom Aufstiegsstipendium über die Bildungsprämie - oder auch mit einem Ratgebertelefon zur Weiterbildung. Weil es nie zu spät ist,  besser lesen und schreiben zu lernen, unterstützen wir gezielt Angebote für funktionale Analphabeten.

Das Projekt Mobia gewinnt den Alterspreis der Robert-Bosch-Stiftung

Technik, die den Menschen dient

Technik, die den Menschen dient

Einparkhilfen im Auto, Smartphones mit immer neuen Funktionen, Sensorik- armbänder für die Fitness, Türen und Fenster im Haus, die sich automatisch verriegeln, wenn niemand mehr da ist: Intelligente Technologien können Menschen helfen, mobil zu bleiben und ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Gerade angesichts des demografischen Wandels bietet die Technik viele Chancen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert darum Forschung, mit der das Zusammenspiel von Mensch und Technik weiter verbessert wird. Das umfangreiche Programm, für das jedes Jahr rund 70 Millionen Euro ausgegeben werden, hat ein großes Ziel: Technik muss dem Menschen dienen. Und sie muss dabei sicher, bedienbar und beherrschbar sein.

Darüber spricht man

DNA-Sequenz

Wissen über Krankheiten besser nutzen

Wissen über Krankheiten besser nutzen

Medizin ohne Hightech ist heute kaum noch möglich. © Thinkstock

Immer mehr medizinische Daten gibt es elektronisch: Röntgenbilder, Blutwerte oder Arztbriefe. Wenn man sie verantwortungsvoll mit Daten aus der medizinischen Forschung zusammenführt, dann können Krankheiten besser erkannt und geheilt werden. Hier liegt eine gewaltige Chance der Digitalisierung. Nötig sind dafür aber zuverlässige und sichere IT-Systeme. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert darum den Aufbau von vernetzten Datenzentren ebenso wie die Entwicklung innovativer IT-Lösungen. Ziel ist ein leistungsfähigeres, digital vernetztes Gesundheitssystem.

Zwei Rentner beim joggen

Gesund – ein Leben lang

Gesund – ein Leben lang

Bewegung kann dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten. © Thinkstock

Das Bundesforschungsministerium hat eine neue Förderinitiative in der Gesundheitsforschung gestartet. Denn wenn wir Prävention und Versorgung verbessern wollen, müssen wir einzelne Gruppen in den Blick nehmen, gerade auch die älteren Menschen. Im Alter begleiten uns mehr und mehr sogenannte chronische Krankheitszustände, sie betreffen das Herz, die Nieren oder den Stoffwechsel. Sind das wirklich Krankheiten – oder nur Zustände, die einfach zu dieser Phase des Lebens gehören? Welchen Einfluss haben sie auf unser Wohlbefinden? Manche von uns werden medizinisch überversorgt, sie besuchen zu viele Ärzte und nehmen zu viele Medikamente ein. Hier wollen wir mit Forschung dazu beitragen, das richtige Maß herauszufinden. So lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen, das ist der größte Wunsch vieler Menschen. Mit Forschung und Innovationen leisten wir dazu einen ganz wichtigen Beitrag.