Energie sparen, Klima schützen: Fünf Städte gehen voran

Delitzsch, Essen, Magdeburg, Stuttgart und Wolfhagen: Die Gewinnerstädte des "Wettbewerbs energieeffiziente Stadt" haben viel erreicht. Sie haben gute Ideen in die Tat umgesetzt - von Forschern begleitet und vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Nur selten unter Wolken: Delitzsch hat auch den "European Energy Award Gold" bekommen. © BMBF

Wie sieht die energieeffiziente und klimafreundliche Stadt der Zukunft aus? Wie können Städte zusammen mit den Bürgern Effizienzkonzepte entwickeln und umsetzen? Welche Maßnahmen bestehen den Praxistest?

Der Wettbewerb

Im Jahr 2008 startete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Wettbewerb „Energieeffiziente Stadt“. Gemeinsam mit den Bürgern haben die fünf Gewinnerstädte Delitzsch, Essen, Magdeburg, Stuttgart und Wolfhagen ihre Konzepte in die Tat umgesetzt. Es ging um innovative Technologien, Instrumente und Dienstleistungen. Die Forschung spielte dabei als Wegbereiter und unabhängiger Experte eine Schlüsselrolle. Das BMBF förderte das Projekt fünf Jahre lang mit mehr als 25 Millionen Euro.

Die fünf Gewinnerstädte haben viel erreicht. Sie alle zeigen Wege in die energie- und ressourceneffiziente, klimafreundliche und soziale Stadt der Zukunft auf.

Delitzsch

Delitzsch realisierte gemeinsam mit den Bürgern eine nachhaltige Stadtentwicklung. Mit Hilfe der Wissenschaft wurde ein „Masterplan Energieeffizienz“ entwickelt, der für jeden Stadtteil individuell die effektivsten Maßnahmen ausweist. So wird die  Bibliothek mit Erdwärme versorgt. Eine Grundschule produziert mit einer Solaranlage Strom. Ein Energieeffizienzmanager geht auf die Menschen zu, klingelt an den Haustüren, berät und arbeitet mit ihnen zusammen an individuellen Lösungen. Dabei kann er sich auf ein Netzwerk von Handwerkern vor Ort stützen. 2015 wurde die Stadt mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnet.

Essen

In Essen haben hundert Handwerker und lokale Unternehmen Klimaschutz und Energieeffizienz zu ihrem Geschäftsmodell gemacht, rund 150.000 Bürger informierten sich über Maßnahmen, 50.000 mal wurde beraten, wie Projekte in die Tat umgesetzt werden können. Aufbauend auf diesen Ergebnissen erhält Essen 2017 den Titel "Grünen Hauptstadt Europas", verliehen von der EU-Kommission.

Magdeburg

In der Landeshauptstadt Magdeburg lag der Fokus auf dem Verkehr. Mit einem intelligenten  Verkehrsmanagementsystem werden  Ampeln gesteuert und der Lieferverkehr mit Elektroautos besser organisiert. Der öffentliche Nahverkehr wird besser angebunden. So fließt der Verkehr flüssiger und es gibt weniger Abgase.

Stuttgart

Hundert Maßnahmen für Energieeffizienz hat Stuttgart gemeinsam mit den Bürgern entwickelt. Der Anteil der erneuerbaren Energien hat sich dadurch innerhalb von vier Jahren verdoppelt. CO2-Emissionen wurden um ein Zehntel reduziert. Auf Basis dieser Maßnahmen wurde das neue Energiekonzept „Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart“ erarbeitet. So möchte Stuttgart bis 2050 klimaneutral werden.

Wolfhagen

Wolfhagen ist zur Vorzeigestadt für erneuerbare Energien geworden und zieht Besuchergruppen aus aller Welt an. Denn hier wird seit 2015 mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, als die Stadt selbst verbraucht.  Das Berufsschulzentrum mit dem lichtdurchlässigen Solardach ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In der „WandelBar“ können sich Bürger über Energieeffizienzmaßnahmen informieren. Im Rahmen des Projektes wurde 2015 eine Bürgerstiftung gegründet. Hier sind die Wolfhager Bürger gefragt: Sie sollen auch weiterhin mit ihren Ideen neue Maßnahmen mitgestalten.