Allianz für Aus- und Weiterbildung

Die duale Berufsausbildung ist eine wichtige Grundlage, um den Fachkräftebedarf künftig zu sichern. Mit der Allianz für Aus- und Weiterbildung wollen Bund, Länder, Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam die duale Berufsausbildung stärken.

Besonders in den technischen Berufen ist Nachwuchs gefragt: Eine angehende Medizinisch-Technische Laborassistenten übt unter Anleitung ihrer Ausbilderin das Pipettieren. © dpa/picture-alliance

Um die berufliche Ausbildung in Deutschland zu stärken, haben das Bundesbildungsministerium und das Bundeswirtschaftsministerium am 12. Dezember 2014 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, der Bundesagentur für Arbeit sowie Vertretern der Wirtschaft, der Gewerkschaften und der Länder die „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ beschlossen. Sie folgt auf den "Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs", der Ende 2014 ausgelaufen ist.

Duale Berufsausbildung aufwerten und stärken

Das gemeinsame Anliegen der Allianz-Partner ist es, die Bedeutung und Attraktivität der beruflichen Bildung aufzuwerten, die duale Berufsausbildung in Deutschland zu stärken und für die Gleichwertigkeit der betrieblichen und akademischen Ausbildung zu werben. Jedem ausbildungsinteressierten Menschen soll zudem ein „Pfad“ aufgezeigt werden, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann. Die betriebliche Ausbildung hat dabei Vorrang. Die Allianz für Aus- und Weiterbildung läuft bis Ende 2018.

Zu ihren Zielen gehören:

  • die Bedeutung und Attraktivität der beruflichen Bildung deutlich aufzuwerten,
  • die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss weiter zu reduzieren,
  • jedem ausbildungsinteressierten Menschen im Rahmen der im Koalitionsvertrag angesprochenen Ausbildungsgarantie einen „Pfad“ aufzuzeigen, der ihn frühestmöglich zu einem Berufsabschluss führen kann,
  • die Passungsprobleme zwischen Bewerberinnen und Bewerbern und Unternehmen regional und berufsfachlich zu verringern,
  • auf der Grundlage einer weiter entwickelten Datenlage die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze und die Zahl der ausbildungsbereiten Betriebe zu erhöhen,
  • die Zahl der jungen Menschen im Übergang weiter zu reduzieren und den Übergangsbereich möglichst an staatlich anerkannten betrieblichen Ausbildungsberufen zu orientieren,
  • die Qualität der Ausbildung weiterzuentwickeln,
  • die Weiterbildung und insbesondere die Aufstiegsfortbildung zu stärken.

Seit der Gründung der Allianz haben die Partner zentrale Maßnahmen zur Stärkung der dualen Ausbildung auf den Weg gebracht:

  • einen deutlichen Ausbau des bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplatzangebotes,
  • ein gemeinsames Konzept zur Vermittlung und Nachvermittlung von jungen Menschen in Ausbildung,
  • das neue Förderinstrument der Assistierten Ausbildung zur Unterstützung von jungen Menschen mit schlechten Startchancen und Betrieben bei der Ausbildung und
  • verbesserte Zugangsmöglichkeiten zu ausbildungsbegleitenden Hilfen.

Darüber hinaus haben sich Bund, Länder und die Bundesagentur für Arbeit auf gemeinsame Konzepte für die Berufsorientierung – auch an Gymnasien – verständigt sowie Maßnahmen für einen besseren Übergang von der Schule in Ausbildung initiiert und ausgebaut.

Perspektiven für Flüchtlinge

Mit ihrer Erklärung „Gemeinsam für Perspektiven von Flüchtlingen“ vom September 2015 haben die Allianz-Partner zudem frühzeitig auf die Zuwanderung schutzsuchender, vor allem junger Menschen nach Deutschland reagiert. Sie haben gemeinsam Maßnahmen in Berufsvorbereitung und Ausbildung vereinbart, um geflüchtete Menschen zu unterstützen. Auch mit dem Integrationsgesetz wurden zentrale Anliegen der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung auf den Weg gebracht: Asylbewerber und Geduldete sowie deren Ausbildungsbetriebe haben nun die Sicherheit, dass Auszubildende während und im unmittelbaren Anschluss an eine erfolgreich absolvierte Ausbildung bei einem nachfolgenden Beschäftigungsverhältnis in Deutschland bleiben dürfen (so genannte 3+2-Regelung). Hierfür gibt es keine Altersgrenze mehr, bis zu der eine qualifizierte Ausbildung aufgenommen worden sein muss.

Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben sich bei ihrem Spitzentreffen am 2. Juni 2016 mit Blick auf die nächsten Jahre auf zehn zentrale Arbeitsschwerpunkte für eine starke berufliche Bildung verständigt.

Ziel ist es, für einheimische wie geflüchtete Menschen:

  • ein hohes Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen sicherzustellen,
  • den Ausbildungspfad mit seinen unterstützenden Instrumenten weiter zu stärken,
  • die Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt anzugehen,
  • die Qualität der dualen Ausbildung weiter zu stärken,
  • die Attraktivität der beruflichen Bildung auch mit Blick auf leistungsstarke Jugendliche zu erhöhen,
  • Qualifikationen besser sichtbar zu machen und die Datenlage mit Blick auf Flüchtlinge zu verbessern,
  • die Nachqualifizierung auszubauen,
  • Berufsschulen auch als Ort der Sprachvermittlung zu unterstützen,
  • die duale Ausbildung in die digitale Zukunft zu führen und
  • den Erfahrungsaustausch zu stärken sowie für duale Ausbildung zu werben.