Allianz für Aus- und Weiterbildung: Gemeinsame Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen

Um Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung zu bringen, ziehen die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung, darunter das Bundesbildungsministerium, an einem Strang. Gemeinsam haben sie eine Erklärung zu den geplanten Maßnahmen veröffentlicht.  

Spracherwerb fördern, Kompetenzen feststellen und in Arbeit bringen: Das ist die gemeinsame Strategie der Allianz-Partner, um Flüchtlinge zügig in die deutsche Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Mit einem schnellen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt wollen die 14 Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung, darunter das Bundesbildungsministerium, das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie zahlreiche Gewerkschaften und Unternehmen, die Integration der Flüchtlinge unterstützen.

„Wir stehen vor der großen humanitären Aufgabe, die Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen und zu integrieren. Und ich bin überzeugt, dass das eine große Chance für Deutschland sein kann“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka während der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und den Vertretern der Gewerkschaften.

Integration durch Bildung

Die Allianz-Partner sind sich einig, dass Bildung der Schlüssel ist: „Die Formel für gelungene Integration ist Sprache, Sprache, Sprache und Arbeit, Arbeit, Arbeit“, sagte Sigmar Gabriel.

Etwa 50 Prozent der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt. Um ihnen eine Perspektive in Deutschland zu bieten, setzt Bundesbildungsministerin Wanka auf drei Punkte: Spracherwerb, Kompetenzen feststellen und in den Ausbildungsmarkt integrieren.

Deutsch lernen vom ersten Tag an

Weil die deutsche Sprache Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Erwerbstätigkeit ist, soll den Flüchtlingen ein größeres Angebot an Deutschkursen dabei helfen, in Deutschland anzukommen und sich in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt einzufinden. Der Bund wird für den gestiegenen Bedarf an Deutsch- und Integrationskursen zusätzliche Mittel bereitstellen.

Viele Flüchtlinge kommen mit Smartphones nach Deutschland. Daher wird das Bundesbildungsministerium als erste Sofortmaßnahme die bereits existierende Homepage Ich will Deutsch lernen zusätzlich als App anbieten, damit die Flüchtlinge bereits in den Erstaufnahmelagern die Grundlagen der deutschen Sprache erlernen können.

Orientierung und Beratung anbieten

Potenzialanalysen sollen Vorbildung und Qualifikationen der Flüchtlinge feststellen. Bewährte Mechanismen gibt es bereits, so dass das Angebot lediglich auf Flüchtlinge ausgeweitet werden muss. Berufsberatung soll den Menschen später helfen, den richtigen Ausbildungsberuf zu finden. Dazu hat Bundesbildungsministerin Wanka angekündigt, die Beratungsstellen zu verdoppeln und die Berufsberatung zu intensivieren.

Berufsabschlüsse anerkennen

Flüchtlinge, die in ihrem Heimatland bereits eine Berufsausbildung absolviert haben, sollen auch in Deutschland die Möglichkeit haben, ihrem erlernten Beruf nachzugehen. Das auf Initiative des Bundesbildungsministeriums im Jahr 2012 verabschiedete Anerkennungsgesetz räumt Migrantinnen und Migranten das Recht ein, dass ihr im Ausland erworbener Berufsabschluss auf Gleichwertigkeit mit dem deutschen Referenzberuf überprüft wird. Der Abschluss kann dann komplett oder zumindest teilweise anerkannt werden.

Aber auch ohne die nötigen Unterlagen, die den im Ausland erworbenen Berufsabschluss zertifizieren, ist eine adäquate Beschäftigung in Deutschland möglich. Wer ohne Dokumente in Deutschland ankommt, kann in einer Arbeitsprobe und in Fachgesprächen seine Qualifikation nachweisen und den Abschluss auf praktische Weise anerkennen lassen. Das neue Projekt „Prototyping Transfer" soll entsprechende Qualifikationsanalysen weiterentwickeln und standardisieren.

„Die Integration der Flüchtlinge ist eine große Aufgabe. Aber wir haben entsprechende Strukturen aufgebaut und fangen nicht bei Null an. Wir werden auch nicht warten bis wir mehr Geld bekommen, sondern wir fangen jetzt sofort an“, sagte Johanna Wanka.