Anerkennung als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker

Tayfun Tombul kam 2011 aus der Türkei nach Berlin, um hier mit seiner Frau zu leben. Nach einer Anpassungsqualifizierung im Rahmen des Anerkennungsverfahrens erhielt er die volle Anerkennung seiner türkischen Ausbildungsqualifikation.  

Als Tayfun Tombul im August 2011 nach Deutschland kam, hatte er keine Vorstellung davon, wie sein neues Leben hier aussehen würde. „Meine türkische Frau lebte bereits in Deutschland. Ich habe sie hier über meinen Bruder kennengelernt – und mich plötzlich in Berlin wiedergefunden“, erzählt der 29-Jährige lachend.

Tayfun Tombul © BIBB

Über seine berufliche Zukunft hatte er sich keine großen Sorgen gemacht. „Ich war mir sicher, dass ich eine fachliche Qualifikation besitze und deshalb auch die Arbeit in Deutschland sehr gut bewältigen kann”, erinnert sich Tayfun Tombul, der in seiner Heimatstadt Ankara eine dreijährige Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker absolviert hatte. Nach der Gesellenqualifikation und der türkischen Meisterprüfung arbeitete er dort noch weitere fünf Jahre.

Der Neustart in Berlin gelang auch direkt mit einer Anstellung im Kfz-Bereich, allerdings nur in der Reparatur. „Ich habe ohne die Anerkennung keine Stelle im Karosseriebereich bekommen, obwohl ich sie eigentlich nicht gebraucht hätte. Das war sehr frustrierend. Jetzt mit der Anerkennung meiner Qualifikation bin ich wirklich unabhängig und für den Arbeitsmarkt gerüstet”, erklärt Tayfun Tombul.

Den Anstoß für den Antrag auf Anerkennung seiner türkischen Zeugnisse gab zunächst das Jobcenter, das den 29-Jährigen an die Handwerkskammer Berlin (HWK) verwies. Die Handwerkskammer beriet Tayfun Tombul umfassend und recherchierte den passenden deutschen Referenzberuf. Die Prüfung der Unterlagen ergab jedoch, dass für die volle Anerkennung der Gesellenqualifikation noch eine Anpassungsmaßnahme notwendig war. „Der Bildungsanbieter, bei dem ich die Maßnahme durchlief, hat für mich einen individuellen Qualifizierungsplan erstellt. In der Lehrwerkstatt habe ich dann die deutschen Bestimmungen nachgeholt, die ich natürlich während meiner türkischen Ausbildung nicht gelernt hatte.“

Dass er während der fünfmonatigen Maßnahme nicht arbeiten gehen konnte, war für ihn die größte Herausforderung. Denn Tayfun Tombul bekam in dieser Zeit zwar finanzielle Unterstützung vom Jobcenter, fühlte sich aber persönlich gehemmt, da er seine Arbeitskraft und seinen Elan nicht direkt auf dem Arbeitsmarkt einsetzen konnte. Durch die Unterstützung seiner Ehefrau und seinen starken Willen, zog er die Anpassungsmaßnahme motiviert durch.

Anschließend reichte er das Zertifikat bei der Handwerkskammer Berlin ein. Nach weiteren drei Monaten freute sich Tayfun Tombul über die volle Anerkennung. Er arbeitet nun im Karrosseriebereich - und somit nicht mehr unterhalb seiner Qualifikation. „Obwohl ich in einem fremden Land mit fremden Gepflogenheiten lebe, fühle ich mich viel selbstsicherer.  Ich habe beruflichen Erfolg und konnte mir selbst und allen anderen beweisen, dass ich qualifiziert bin. Das macht mich glücklich!"