Bildung für Neuzugewanderte koordinieren

Von Flensburg bis Kempten, von Trier bis Görlitz: In Berlin haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen darüber ausgetauscht, wie Neuzugewanderte unterstützt werden können. Dabei geht es auch um bundesweit einheitliche Methoden.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka auf der Fachtagung zur kommunalen Koordinierung von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka spricht auf der Fachtagung zur kommunalen Koordinierung von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte © Thomas Köhler / Photothek

Bildung ist der Schlüssel zur Integration in unsere Gesellschaft. Sie gelingt nur vor Ort, in den Gemeinden, Städten und Landkreisen. Dort sind verschiedene Akteure gefragt: die kommunalen, kirchlichen oder freien Träger der Kitas, das Schulamt, die Volkshochschule, die Bundesagentur für Arbeit, der Sportverein, die Musikschule, die Jugendhilfe, Stiftungen und ehrenamtliche Helfer. Wenn alle gemeinsam handeln, kann Integration gelingen. Doch dafür sind Kooperationsstrukturen nötig.

Mehr als 440 neue Personalstellen

Von Flensburg bis Kempten, von Trier bis Görlitz: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert in über 320 Kommunen kommunale Koordinatoren und Koordinatorinnen. Es stellt dazu rund 55 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren bereit. Insgesamt werden über 440 Personalstellen geschaffen, die an zentraler Stelle in der Kommunalverwaltung für eine strategische Organisation der Bildungsangebote für Neuzugewanderte sorgen.

Von der Kita über die berufliche Bildung

In Berlin haben sich rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehr als 250 Kommunen, Koordinatorinnen und Koordinatoren ausgetauscht. Wie können Neuzugewanderte effizient unterstützt werden? Alle Kommunen stehen vor ähnlichen Aufgaben. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka eröffnete das Treffen. Insgesamt investiert das BMBF in den kommenden Jahren zusätzlich rund 130 Millionen Euro für die Integration von Geflüchteten in verschiedenen Programmen und Initiativen - von der Kita über die berufliche Bildung bis zur Hochschule.

Das Programm des Bundesbildungsministeriums

Bildung und Integration können nur vor Ort gelingen. Die Angebote sind vielfältig. Sie variieren von Stadt zu Stadt, von Landkreis zu Landkreis - und sind abhängig von verschiedenen Faktoren: der Einwohnerzahl, der Wohnraumdichte, dem Migrantenanteil im jeweiligen Quartier.

Das Bundesbildungsministerium möchte dazu beitragen, dass gleichwertige Angebote und einheitliche Zugänge zum Bildungssystem geschaffen werden. Darum hat es die Förderrichtlinie „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ gestartet. Sie ist Teil der dynamischen Transferinitiative Kommunales Bildungsmanagement, die auf langjährige Erfahrung zurückblickt. Darin arbeiten bundesweit über 160 Kommunen.

Das BMBF vernetzt die handelnden Bildungsakteure miteinander und wirkt so den regionalen Disparitäten im Bildungssystem entgegen. Es trägt dazu bei, einen gemeinsamen hochwertigen Standard und dieselben strukturellen Voraussetzungen zu schaffen. Es geht nicht nur darum, den bestmöglichen Zugang zu Bildungseinrichtungen zu schaffen. Es geht um bundesweit einheitliche Methoden und Strukturen.