Argentinien: Forschungskooperation von den Anden bis zum Südatlantik

Deutschland und Argentinien arbeiten seit über 40 Jahren in Bildung und Forschung zusammen. Schwerpunkte sind die Nutzung natürlicher Ressourcen und die Klimaforschung. Aber auch Städteplaner, Betriebswirte und Informatiker forschen zusammen.

Gemeinsame Abschlüsse für Studenten in Deutschland und Argentinien

Der Fitz Roy, auch Cerro Fitzroy oder Cerro Chaltén, gelegentlich auch FitzRoy, ist ein 3406 Meter hoher Granitberg in den argentinisch-chilenischen Anden. Er ist eine der Hauptattraktionen im Nationalpark Los Glaciares.
Der Fitz Roy, ist ein 3406 Meter hoher Granitberg in den Anden. Er ist eine der Hauptattraktionen im Nationalpark Los Glaciares. © Thinkstock

Berlin-Buenos Aires, Biberach-Tucumán, Göttingen-Rosario – das sind nur einige der momentan 12 Partnerschaften zwischen deutschen und argentinischen Hochschulen, die das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ) fördert. Die Themen der gemeinsamen Studiengänge der argentinischen und deutschen Universitäten sind sehr vielseitig: Betriebswirtschaftslehre, Energiemanagement, Molekularbiologie, Naturgefahren oder Astrophysik. Das DAHZ wurde im Jahr 2012 gegründet und wird vom Bundesforschungsministerium, den argentinischen Ministerien für Bildung und Wissenschaft sowie dem Deutsch-Argentinischen Verband für Wissenschaft und Technologie gefördert. Geschäftsstellen in Bonn und Buenos Aires organisieren die Arbeit. Inzwischen werden mehr als 100 Studenten finanziert. Diese werden durch das Programm nicht nur wissenschaftlich ausgebildet, sondern erhalten intensive Einblicke in die Kultur des anderen Landes.

Forschen für eine innovative und ökologische Wirtschaft

Forschung für eine moderne und bio-basierte Wirtschaft ist ein Schwerpunkt der deutsch-argentinischen Zusammenarbeit. Argentinien bietet viele Rohstoffe und eine große biologische Vielfalt aber vor allem auch gut ausgebildete Wissenschaftler und Forschung auf höchstem Niveau. Das Bundesforschungsministerium und das argentinische Partnerministerium fördern deutsche und argentinische Wissenschaftlerteams. Diese erforschen gemeinsam wie zum Beispiel die Ernährung der Bevölkerungen in der Zukunft gesichert werden kann. Sie entwickeln auch Methoden, mit denen Energie aus pflanzlichen Abfällen gewonnen werden kann und für eine ertragreiche und ökologische Landwirtschaft ohne Kunstdünger. Im Mai 2014 haben in Buenos Aires mehr als 50 Wissenschaftler aus beiden Ländern Fragen zu globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts diskutiert und ihre bisherigen Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert.

Umweltforschung in der Antarktis

1994 eröffneten das deutsche Alfred-Wegner Institut für Polar- und Meeresforschung und das argentinische Antarktisinstitut das erste internationale Forschungsinstitut in der Antarktis: das Dallmann-Labor. Das Labor wurde nach dem Bremer Polarforscher Eduard Dallmann, der im 19. Jahrhunderts verschiedene Schiffsexkursionen in die Arktis und die Antarktis anführte. Im Dallmann-Labor wohnen und arbeiten zwölf Wissenschaftler aus Deutschland, Argentinien und den Niederlanden. Diese erforschen, wie sich polare Lebensgemeinschaften den globalen Umweltveränderungen anpassen. Diese Forschungen werden teilweise vom Bundesforschungsministerium finanziert.

Argentinien hat Anfang 2015 das deutsche Forschungsschiff "Sonne" gekauft. Das Schiff war seit Mitte der 70er Jahre bis Ende 2014 im Auftrag der Bunderegierung in der ganzen Welt unterwegs und hat die Erforschung der Meere und der Polarregionen durch deutsche Wissenschaftler und ihre internationalen Kollegen ermöglicht. Die Sonne wird umgerüstet und soll in Zukunft im Südatlantik fahren. Argentinische aber auch internationale Wissenschaftler werden auf dem Schiff arbeiten und zum Beispiel den Atlantik und die Antarktis erforschen.