Argentinien: Forschungskooperation von den Anden bis zum Südatlantik

Deutschland und Argentinien arbeiten seit über 40 Jahren in Bildung und Forschung zusammen. Schwerpunkte sind die Nutzung natürlicher Ressourcen, Meeres- und Polarforschung sowie die Klimaforschung.

Aber auch in den Bereichen Städteplanung, Betriebswirtschaft und Informatik forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus beiden Ländern zusammen. Auch nach dem Regierungswechsel 2015 zeigt sich Argentinien als einer der engagiertesten Partner in der Region.

Der Fitz Roy, auch Cerro Fitzroy oder Cerro Chaltén, gelegentlich auch FitzRoy, ist ein 3406 Meter hoher Granitberg in den argentinisch-chilenischen Anden. Er ist eine der Hauptattraktionen im Nationalpark Los Glaciares.
Der Fitz Roy, ist ein 3406 Meter hoher Granitberg in den Anden. Er ist eine der Hauptattraktionen im Nationalpark Los Glaciares. © Thinkstock

Gemeinsame Abschlüsse für Studenten in Deutschland und Argentinien

Berlin-Buenos Aires, Biberach-Tucumán, Göttingen-Rosario – das sind nur einige der momentan 18 Partnerschaften zwischen deutschen und argentinischen Hochschulen, die das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ) fördert. Die Themen der gemeinsamen Studiengänge der argentinischen und deutschen Universitäten sind sehr vielseitig: Betriebswirtschaftslehre, Energiemanagement, Molekularbiologie, Naturgefahren oder Astrophysik. Das DAHZ wurde im Jahr 2012 gegründet und wird vom BMBF, den argentinischen Ministerien für Bildung und Wissenschaft sowie dem Deutsch-Argentinischen Verein für Wissenschaft und Technologie gefördert. Geschäftsstellen in Bonn und Buenos Aires organisieren die Arbeit. Inzwischen werden rund 150 Studierende und Promovierende finanziert. Diese werden durch das Programm nicht nur wissenschaftlich ausgebildet, sondern erhalten intensive Einblicke in die Kultur des anderen Landes.

Forschen für eine innovative und ökologische Wirtschaft

Forschung für eine moderne und bio-basierte Wirtschaft ist ein Schwerpunkt der deutsch-argentinischen Zusammenarbeit. Argentinien bietet viele Rohstoffe und eine große biologische Vielfalt, aber vor allem auch gut ausgebildete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Forschung auf höchstem Niveau. Das BMBF und das argentinische Partnerministerium fördern deutsche und argentinische Wissenschaftsteams. Diese erforschen beispielsweise gemeinsam, wie die Ernährung der Bevölkerung in der Zukunft gesichert werden kann. Sie entwickeln auch Methoden, mit denen Energie aus pflanzlichen Abfällen gewonnen werden kann und suchen Lösungen für eine ertragreiche und ökologische Landwirtschaft ohne Kunstdünger.

Umweltforschung in der Antarktis und am argentinischen Schelf

1994 eröffneten das deutsche Alfred-Wegner Institut für Polar- und Meeresforschung und das argentinische Antarktisinstitut das erste internationale Forschungsinstitut in der Antarktis: das Dallmann-Labor. Das Labor wurde nach dem Bremer Polarforscher Eduard Dallmann benannt, der im 19. Jahrhundert verschiedene Schiffsexkursionen in die Arktis und die Antarktis anführte. Im Dallmann-Labor wohnen und arbeiten zwölf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Argentinien und den Niederlanden. Diese erforschen, wie sich polare Lebensgemeinschaften den globalen Umweltveränderungen anpassen. Ihre Forschung wird teilweise vom BMBF finanziert.

Argentinien hat Anfang 2015 das deutsche Forschungsschiff "Sonne" gekauft. Das Schiff war seit Mitte der 70er Jahre bis Ende 2014 im Auftrag der Bundesregierung in der ganzen Welt unterwegs und hat die Erforschung der Meere und der Polarregionen durch deutsche Forschende und ihre internationalen Kollegeninnen und Kollegen ermöglicht. Die „Sonne“ wird derzeit umgerüstet und soll in Zukunft unter dem Namen „Austral“ im Südatlantik fahren. Deutsche und argentinische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen nun verstärk gemeinsame Schiffsexpeditionen planen.