Auf dem Weg zum klimafreundlicheren Stahlwerk

Das Projekt „Carbon2Chem“ erforscht, wie sich aus Hüttengasen der Stahlproduktion wertvolle Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Düngemittel gewinnen lassen. Über den Stand der Forschung haben sich die Projektpartner in Essen ausgetauscht.

Karl Eugen Huthmacher bei der Kickoff-Veranstaltung des BMBF-geförderten Forschungsprojektes 'Carbon2Chem' in Essen.
Karl Eugen Huthmacher bei der Kickoff-Veranstaltung des BMBF-geförderten Forschungsprojektes "Carbon2Chem" in Essen. © Rainer Schröer

„Carbon2Chem ist ein hochinnovatives Vorhaben. Darüber eröffnen wir der Stahl- und Chemieindustrie eine Option, wie sie neue und nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln und zugleich einen Beitrag zu den Klimazielen leisten kann“, sagte Karl Eugen Huthmacher bei der Kickoff-Veranstaltung der Projektpartner in Essen. Er leitet die Abteilung „Zukunftsvorsorge - Forschung für Grundlagen und Nachhaltigkeit“ im Bundesforschungsministerium.

Um aus den Gasen der Hochöfen, den Hüttengasen, neue Produkte zu gewinnen, haben sich 17 Partner aus Industrie und Wissenschaft zusammengetan. Ihr gemeinsames Ziel: 20 Millionen Tonnen des jährlichen CO2-Ausstoßes der deutschen Stahlbranche wirtschaftlich nutzbar machen, zum Beispiel als Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Düngemittel.

Mit Förderung des Bundesforschungsministeriums

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hatte das Projekt im Juni gestartet. Das Bundesforschungsministerium fördert das Vorhaben über die nächsten vier Jahre mit mehr als 60 Millionen Euro. Bis 2025 planen die beteiligten Partner Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro. Für die kommerzielle Realisierung haben sie mehr als 1 Milliarde Euro vorgesehen.

Neben der thyssenkrupp AG engagieren sich weitere Unternehmen wie AkzoNobel, BASF, Clariant, Covestro, ENI, Evonik, Linde, Siemens und Volkswagen für das Projekt. Auf Seite der Wissenschaft sind neben der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft auch das Karlsruher Institut für Technologie, die Ruhr-Universität Bochum, die RWTH Aachen, die TU Kaiserslautern und das ZBT Zentrum für BrennstoffzellenTechnik beteiligt.

Der nächste Schritt bei „Carbon2Chem“ erfolgt bereits in wenigen Tagen: Am 2. November 2016 wird der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel gemeinsam mit Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG, und Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, den Spatenstich für den Bau eines großen Technikums vornehmen.