Auf Expedition in den Tiefen der Ozeane

Abtauchen zum Meeresboden, den Ozean entdecken, Expeditionen der deutschen Forschungsschiffe erleben: Zum Welttag der Ozeane starten MARUM-Forschende und Google Arts & Culture die Online-Ausstellung „Into the Deep“.

Arbeitsdeck von POLARSTERN
Bis zu acht Meter hohe Wellen fluteten während der Expedition "PS 119" zeitweilig das Arbeitsdeck der Polarstern. © Holger von Neuhoff, Google Arts & Culture

Mit außergewöhnlichen Fotografien, 360 Grad-Bildern, Videos, Interviews und Reportagen nimmt die neue Online-Ausstellung „Into the Deep“ die Besucherinnen und Besucher mit in die Welt der Meeresforschung. Sie zeigt unter anderem die Expedition des Forschungsschiffs „Polarstern“ in den Gewässern rund um Südgeorgien und die Südsandwich-Vulkaninseln. Die Mission: Den Meeresboden in den antarktischen Gewässern erkunden und die heißen und kalten Quellen aufspüren, denn bisher ist nur wenig bekannt über den Meeresboden in diesem schwer zugänglichen Seegebiet.

Into the Deep

Das Online-Projekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und auf der BMBF-Projektseite bei Google Arts & Culture präsentiert.

Hier geht es zur Ausstellung.

Über 300 Grad Celsius heiße Flüssigkeiten treffen auf das kalte Meerwasser

Meeresgeologe Prof. Dr. Gerhard Bohrmann
Der Meeresgeologe Prof. Dr. Gerhard Bohrmann, Fahrtleiter der Polarstern-Expedition "PS 119", in der MARUM-Technikhalle vor dem Tauchroboter MARUM-SQUID. © Holger von Neuhoff, Google Arts & Culture

Drei Fahrten führten den Meeresgeologen Gerhard Bohrmann und sein internationales Team bisher in diese sehr raue und stürmische Region. Die Ausstellung zeigt auch eine Premiere: Auf der Fahrt mit dem Forschungseisbrecher Polarstern konnten die Forschenden erstmals den ferngesteuerten Tauchroboter MARUM-QUEST in antarktischen Gewässern aussetzen und den Meeresboden nicht nur optisch untersuchen. Gewaltige Schlote erheben sich dort am Grund des Meeres. Über 300 Grad Celsius heiße Flüssigkeiten strömen aus und treffen auf das kalte Meerwasser. Dabei fallen Metallsulfide aus, die als schwarzer Rauch sichtbar sind. „Wir konnten einzigartige chemosynthetisch-lebende Ökosysteme erforschen. Die Organismen haben eine besondere Art des Stoffwechsels erfunden: Ihre Energie basiert nicht wie an Land auf dem Licht der Sonne über die Photosynthese, sondern auf den chemischen Substanzen, die aus dem Meeresboden kommen“, so Bohrmann. Wie diese sogenannten Hydrothermalfelder aussehen und wie schwierig es für das Expeditionsteam war, bei eisigen Temperaturen und Windstärken bis Beaufort 12 zu arbeiten und zum Beispiel aus dem Meeresboden Sedimentkerne zu ziehen, ist jetzt auf Google Arts & Culture zu sehen.

Die Schätze der Welt online erkunden

Tauchroboter MARUM-QUEST
Achtern auf dem Forschungseisbrecher Polarstern: Mit vereinten Kräften wird der Tauchroboter MARUM-QUEST während der Expedition "PS 119" erstmals in antarktischen Gewässern ausgesetzt. © Holger von Neuhoff, Google Arts & Culture

Initiiert, organisiert und begleitet haben das Projekt „Into the Deep“ der Fotograf und Ausstellungskurator Holger von Neuhoff und die Autorin Stephanie von Neuhoff, die seit über 20 Jahren die Arbeit von Meeresforscherinnen und Meeresforschern in Ausstellungen, Büchern und Online-Projekten dokumentieren. Google Arts & Culture arbeitet mit mehr als 2000 kulturellen Organisationen aus über 84 Ländern zusammen. Die kostenlose Online-Plattform ermöglicht es, Schätze der Welt online zu erkunden. Auf Google Arts & Culture finden sich mehr als 200.000 Kunstwerke, über sechs Millionen Fotos, Videos, Manuskripte und Dokumente zu Themen rund um Kunst, Kultur, Geschichte und Wissenschaft.

„Mit der neuen Online-Ausstellung können wir nun hinter die Kulissen des Forschungsschiffs Polarstern blicken und die Forscherinnen und Forscher auf ihrer besonderen Reise – auch bis in die Tiefen des Meeres – begleiten”, sagt Simon Rein, Program Manager Google Arts & Culture. „Mit Google Arts & Culture möchten wir den freien Zugang zu Kunst, Kultur und Wissenschaft weltweit ermöglichen. Wir freuen uns sehr, mit ‚Into the Deep‘ gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem MARUM zum Welttag der Ozeane beizutragen.