Ausbildungsbilanz 2013 liegt vor

Viele Ausbildungsstellen noch unbesetzt / Wanka: „Jetzt die Chancen nutzen“

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat heute die Ergebnisse der Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30.09.2013 vorgelegt. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge insgesamt auf 530.700 (-20.500 bzw. -3,7% verglichen mit 2012). Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge sank um 16.300 (-3,1%) auf 509.000. Die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge ging um 4.200 (-16,3%) auf 21.700 zurück.

Bei der Bundesagentur für Arbeit waren im September noch 33.500 unbesetzte Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dem stehen 21.000 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Außerdem gibt es 62.500 weitere ausbildungsreife junge Menschen, die sich zum Beispiel in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme oder einer Einstiegsqualifizierung befinden und weiterhin für das laufende Jahr in eine Ausbildung vermittelt werden möchten.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, dankte allen Ausbildungsbetrieben für ihr Engagement und appellierte an Wirtschaft und Ausbildungssuchende, die Chancen am Ausbildungsmarkt jetzt zu nutzen. „Mit den aktuellen Ergebnissen können wir nicht zufrieden sein.“ Die Wirtschaft müsse nun ihren Beitrag leisten, die aktuell positive Konjunktur auch in Beschäftigung und Ausbildung umzusetzen. „Nicht zuletzt wegen unserer leistungsfähigen Fachkräftebasis und der geringen Jugendarbeitslosigkeit schauen andere Staaten auf Deutschland. Das duale Berufsausbildungssystem ist ein Erfolgsmodell. Deshalb haben wir auch eine Vorbildfunktion, die wir erfüllen müssen.“

Viele Betriebe klagen über Schwierigkeiten, geeignete Jugendliche für ihre Ausbildungsstellen zu finden. Die Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt nehmen zu. Das BMBF-Programm „Jobstarter“, das fachliche Innovationen und Strukturverbesserungen in der beruflichen Ausbildung fördert, wird deshalb ab 2014 einen Schwerpunkt auf das verbesserte Matching von Ausbildungsbewerbern und besonders Klein - und Mittelbetrieben (KMU) setzen, die zunehmend Probleme haben, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Hierbei sollen KMU auch stärker hinsichtlich der Ausbildung besonderer Zielgruppen sensibilisiert und unterstützt werden. Um möglichst vielen Jugendlichen die Chance auf eine Ausbildung zu eröffnen, fördert das BMBF weiterhin die erfolgreiche Initiative „Bildungsketten“, die 2014 ausgeweitet werden soll, und Projekte zur Berufseinstiegsbegleitung.

Bundesministerin Wanka sagte: „Für mich ist es ein wichtiges Signal, dass sich der Koalitionsvertrag zur Weiterentwicklung des Ausbildungspakts bekennt. Gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Ländern gilt es, die gesamtwirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Verantwortung in einer neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung umzusetzen.“
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Die BIBB-Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wird jährlich in Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durchgeführt. Dabei werden die Ausbildungsverträge berücksichtigt, die in der Zeit vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September des Erhebungsjahres neu abgeschlossen wurden.


Die Ergebnisse der BIBB-Erhebung werden noch heute im Internet abrufbar sein unter: www.bibb.de/naa309 - Erhebung 2013