Ausbildungschancen weiterhin gut

Bundeskabinett beschließt Berufsbildungsbericht 2013 / Wanka: „Duales System hat hohe Integrationskraft“

In seiner heutigen Sitzung hat das Bundeskabinett den Berufsbildungsbericht 2013 beschlossen. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist weiterhin gut. Mit 551.272 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen war – insbesondere demografisch bedingt – ein leichter Rückgang um 3,2 Prozent zu verzeichnen. Dem stand allerdings die Rekordzahl von 33.275 noch offenen betrieblichen Ausbildungsplätzen gegenüber – und damit mehr als doppelt so vielen Ausbildungsplatzangeboten wie unversorgten Bewerbern (15.650). „Besonders erfreulich ist die sinkende Zahl von Altbewerbern sowie die Reduktion des Übergangsbereichs. Diese Entwicklung zeigt: Das duale System hat eine hohe Integrationskraft“, erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka.

Verglichen mit 2011 ist die Zahl der Bewerber, die sich bereits ein oder zwei Jahre vor dem Berichtsjahr um eine Ausbildung beworben haben, um 5.531 (-3,3%) auf 162.550 gesunken. Die Zahl der Anfänger im Übergangsbereich konnte um 18.190 (-6,4%) auf 266.732 reduziert werden. Seit 2005 (417.647) sind die Anfängerzahlen im Übergangsbereich somit um mehr als 150.000 (-36,1%) gesunken. Von den 551.272 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen waren bundesweit 525.370 (95,3%) betrieblich und 25.902 (4,7%) außerbetrieblich, d. h. überwiegend öffentlich finanziert. Die relativen Anteile haben sich weiter zugunsten der betrieblichen Ausbildung entwickelt (2009: 91,9%, 2010: 92,7%, 2011: 94,7%, 2012: 95,3%).

Nach wie vor sieht die Ministerin aber Handlungsbedarf. So konnten 33.275 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden - deutlich mehr als in den Vorjahren. Gleichzeitig gibt es immer noch zu viele Jugendliche, denen der Übergang in Ausbildung nicht unmittelbar gelingt. „Auch diese Jugendlichen werden gebraucht, um den Fachkräftenachwuchs in Deutschland langfristig zu sichern“, betonte Wanka. Das BMBF- Programm Jobstarter, das fachliche Innovationen und Strukturverbesserungen in der beruflichen Ausbildung fördert, wird deshalb ab 2014 unter anderem einen Schwerpunkt auf das verbesserte Matching von Ausbildungsbewerbern und besonders Klein – und Mittelbetrieben setzen, die zunehmend Schwierigkeiten bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze haben.

Um die Attraktivität der beruflichen Bildung zu steigern und weitere Potenziale für sie zu erschließen, plant das BMBF, die Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung weiter zu verbessern. Beratungs- und Informationsangebote sollen den Übergang zwischen beiden Systemen erleichtern; erbrachte Lernleistungen sollen bei einem Wechsel leichter anerkannt werden. Davon profitieren insbesondere Studienabbrecher, die häufig während ihres Studiums bereits Teile ihres theoretischen Ausbildungspensums absolviert haben. „Es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, dass Vorkenntnisse zählen“, betonte Wanka. „Und im Zeichen des demografischen Wandels ist es auch ein Gebot der ökonomischen Vernunft, dass wir entsprechende Möglichkeiten schaffen.“

Ministerin Wanka dankte den Betrieben für Ihr Engagement in der Ausbildung und forderte zugleich, dieses auch künftig auf hohem Niveau zu halten und auszubauen. Das positive Abschneiden Deutschlands in den jüngsten Veröffentlichungen zur Jugendarbeitslosenquote im europäischen Vergleich (auch im März 2013 verfügt Deutschland laut EUROSTAT mit 7,6% über die niedrigste Jugendarbeitslosenquote) sei ein eindrucksvoller Beleg für die große Bedeutung der dualen Berufsausbildung für Wirtschaft und Gesellschaft.

Der Berufsbildungsbericht 2013 ist im Internet abrufbar unter:  http://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php

Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2013 kann auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Berufsbildung abgerufen werden unter: http://www.bibb.de/datenreport